Die Angst vor der Kamera – und warum Sie sie als Unternehmer*in verlieren sollten
Hand aufs Herz: Wenn Sie auf diesen Artikel geklickt haben, dann hadern Sie wahrscheinlich mit genau diesem Thema.
Ich sehe das täglich: Da sind tolle UnternehmerInnen mit genialen Angeboten, deren Business förmlich danach schreit: „Zeig dich endlich! Mach Reels! Erzähl, was du leistest!“
Sicher, nicht jedes Business braucht Dauerbeschallung. Aber überlegen Sie mal: Was erzeugen oder können Sie, was andere Menschen brennend interessiert?
Ich habe es völlig falsch angefangen (6 Monate lang!)
Glauben Sie mir, ich kenne das Problem. Ich war früher extrem foto- und erst recht videoscheu. Mein Weg, diese Blockade zu überwinden, war lang – sicher ein halbes Jahr – und ich habe ehrlich gesagt völlig falsch begonnen.
Ich dachte, ich müsste das Pferd von hinten aufzäumen:
Ich habe mich am Setup festgebissen: Wo drehe ich? Welcher Hintergrund? Welche Kleidung? Schminke? Licht?
Ich habe mir unzählige Videos und Kurse reingezogen über das „perfekte Setup“.
Klingt fleißig. War es auch.
Hat nur leider nicht geholfen. Das Ergebnis? Jedes Mal, wenn ich die Kamera oder das Handy eingeschaltet habe – egal wie toll die Beleuchtung war – fand ich das Ergebnis schrecklich. Eine Katastrophe! Also habe ich alles wieder gelöscht. Und so ging es wochenlang.
Sie wurden einfach nicht „perfekt, elegant, clean, professionell“.
Und ich dachte: Was stimmt bitte nicht mit mir?
Der Gamechanger: Training statt Perfektion
In einem dieser Videokurse stieß ich dann auf einen simplen Satz, der alles verändert hat: Trainieren Sie erst mal nur für sich selbst.
Machen Sie ab jetzt jeden Tag ein kurzes Video von sich. Erzählen Sie einfach, wie Ihr Tag war oder was Sie heute kochen werden. Völlig egal, ob Sie geschminkt sind, ob die Frisur sitzt oder ob Sie im Pyjama dastehen. Machen Sie es einfach – kurz, aus dem Stegreif, ohne jedes Script.
Und dann kommt der wichtigste Teil: Schauen Sie sich das Video an. Ohne Bewertung! Einfach nur ansehen und danach: Löschen. Ganz einfach.
Ich habe das gemacht und siehe da: Ich wurde fast täglich besser.
Ich habe mich an mein Gesicht beim Sprechen gewöhnt, an meine Mimik, meine Gestik und vor allem an meine Stimme.
Wir haben nämlich oft ein total verzerrtes Selbstbild.
Was für uns „schrecklich“ ist, wirkt auf andere…
sympathisch. normal. manchmal sogar süß.
Weil: Die anderen kennen Sie nur so.
Sie selbst kennen sich beim Sprechen meistens nicht – zumindest nicht bewusst.
Und genau deshalb ist dieses Training so mächtig:
Sie gewöhnen sich an sich.
Glauben Sie mir.
Schritt zwei: Das Drumherum (und keine Kopien!)
Und erst wenn Sie sich selbst ein bisschen „mögen“ im Video – dann kommt Schritt zwei:
Setup, Hintergrund, Licht, Wiedererkennung.
Und auch da nehme ich Ihnen gleich eine Illusion:
Sie werden ausprobieren müssen.
Das ist normal. Das ist kein Versagen. Das ist Prozess.
Und bitte orientieren Sie sich nicht 1:1 an anderen YouTubern oder Creator*innen.
Das klappt in den wenigsten Fällen.
Schauen Sie lieber um sich herum:
Ihr Arbeitsplatz ist oft die beste Lösung.
Machen Sie ein Foto vom Wunschplatz und prüfen Sie:
Ist es halbwegs aufgeräumt?
Passt es zu dem Eindruck, den Sie hinterlassen wollen?
Braucht es Licht?
Stört etwas im Hintergrund?
Es muss nicht steril und clean sein – außer Sie wollen das so oder Ihre Branche verlangt es.
Aber: Es sollte bewusst wirken.
MINI-TIPP
Kaufen Sie sich eine gute Beleuchtung (Licht macht mehr aus als die teuerste Kamera).
Dann machen Sie einen „Probedrehtag“:
verschiedene Outfits
Frisur/Make-up (wenn Sie wollen)
Lichtpositionen
unterschiedliche Perspektiven
Vergleichen Sie. Entscheiden Sie sich.
Und dann: Setup fotografieren + notieren.
Damit Sie nicht jedes Mal bei Null anfangen.
Design darf sich ändern – Sie bleiben der Fixpunkt
Wenn Sie dann zufrieden sind, können Sie über Vor- und Abspann oder ein Logo nachdenken.
Aber wissen Sie was? Ich verrate Ihnen mein Geheimnis:
Mein Setup verändert sich. Mein Design verändert sich. (Ich bin halt kreativ. 😄)
Und…
es ist nichts passiert.
Kein Algorithmus-Drama. Kein Weltuntergang. Keine Zuschauerflucht.
Lassen Sie sich nicht verunsichern.
Design darf sich entwickeln. Es muss nicht „für alle Ewigkeit“ fix sein.
Der Fixpunkt sind nicht Ihre Farben.
Der Fixpunkt sind Sie.
Raus aus dem Einheitsbrei
Wir werden heute so oft mit Angst und Bevormundung konfrontiert. Jeder weiß alles besser, jeder will einem erklären, was man lassen oder tun muss.
Das Ergebnis?
Ein langweiliger Einheitsbrei.
Und darin verschwinden wir.
Wir werden unsichtbar.
Genau das können wir uns als Kleinunternehmer nicht leisten. Wir müssen herausstechen – mit kreativen Ideen und echten Gesichtern.
Ich mache meine Videos heute einfach aus dem Stegreif an meinem Arbeitsplatz. Das ist meine „Art“ und meine Art ist mein Markenzeichen. Mit Ideen. Mit Persönlichkeit. Mit Mut zur eigenen Art.
Ich mache mich nicht mehr verrückt, wie ich wirken könnte. Ich bin so, wie ich bin. Wem das nicht passt, der kann gerne weiterscrollen. Ich werde mich nicht ändern (nur verbessern) – und das sollten Sie auch nicht tun!
Meine Lösung heute: Stegreif. Arbeitsplatz. Meine Art.
Ich mache meine Videos inzwischen einfach aus dem Stegreif – am Arbeitsplatz.
Nach Wochen voller Testen habe ich „meine Art“ gefunden.
Und meine Art ist mein Markenzeichen. (Nicht meine Brandfarbe.)
Ich mache mich nicht mehr verrückt, wie ich wirken könnte.
Ich bin, wie ich bin. Punkt.
Wer das nicht mag, kann weiterscrollen.
Ich werde mich sicher nicht verbiegen.
Und ganz ehrlich?
Das sollten Sie auch nicht tun.
Download:
Hier finden Sie die 7-Tages-Challenge und Tipps wie Sie Ihre Angst vor der Kamera überwinden können: PDF-Datei downloaden

