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„Eine Website kann man heute doch in einer Stunde machen.“
Ja klar. Und ich kann in einer Stunde auch ein Haus bauen – wenn’s aus Lego ist. 😉
Dank YouTube-Tutorials, Billig-Anbietern und „KI macht das schon“ entsteht gerade ein Eindruck, der vielen Kreativen und auch mir wehtut:
**Als wäre eine Website ein Nebenbei-Projekt.** Ein Klick hier, ein Prompt dort – fertig.
Und dann passiert das, was ich ständig höre:
* Große Agenturen nehmen EPUs oft nicht richtig ernst („zu klein“, „zu wenig Budget“).
* Angebote für Webseiten sind unübersichtlich, voller Fremdwörter – und am Ende weiß niemand, was man da eigentlich bekommt.
* Manche Agenturen verkaufen einfach immer das gleiche System – egal ob Sie eine Landingpage brauchen oder eine große Website.
Ganz ehrlich: **Ich habe keine Lust mehr, mich unter Wert zu verkaufen.**
Und falls Sie gerade denken „Ich brauche wirklich nur etwas Einfaches“: perfekt. Dann lesen Sie weiter. Denn „einfach“ heißt nicht „kein Aufwand“. Es heißt nur: **weniger Umfang.** Der Rest bleibt.
Warum die Preisfrage so schwer ist (und warum Sie trotzdem Klarheit verdienen)
„Was kostet eine Website?“ ist ungefähr so wie „Was kostet ein Auto?“
Das kann alles sein – vom soliden Kleinwagen bis zum Projekt, das plötzlich eine eigene Garage braucht.
Damit Sie Angebote vergleichen können (ohne Agentur-Kauderwelsch), hilft ein einfacher Blick auf die **fünf Faktoren**, die den Aufwand bestimmen.
Die 5 Faktoren, die den Aufwand einer Website bestimmen
1) Umfang: Wie groß ist die Website wirklich?
Landingpage, Onepager, 5 Seiten, 20 Seiten, Shop – das sind komplett unterschiedliche Projekte.
2) Ziel: Soll die Website nur „da sein“ – oder Anfragen bringen?
Eine Website, die Kund*innen **führt** (klare Struktur, klare Buttons, verständliche Texte), ist mehr als eine Online-Visitenkarte.
3) Inhalte: Sind Texte und Fotos bereits vorhanden?
Wenn Inhalte fehlen, kostet das Zeit – oder der Livegang verzögert sich.
Und Spoiler: Das ist meistens der Punkt, der am längsten dauert.
4) System/Technik: Baukasten oder WordPress oder Shop?
Das beeinflusst nicht nur den Aufwand, sondern auch Flexibilität, Erweiterbarkeit und Wartung.
5) Entscheidungen & Feedback: Wie klar ist die Richtung?
Nicht böse gemeint: **Änderungsschleifen sind oft der größte Zeitfresser.** Nicht das Design.
Website in einer Stunde? Was dabei gerne vergessen wird
YouTube zeigt oft: „Template rein, Text drauf, fertig.“
In der Realität braucht eine Website (mindestens) diese Bausteine:
* Zielklärung & Positionierung: Was bieten Sie an, für wen, warum gerade Sie?
* Struktur: Welche Seiten? Welche Reihenfolge? Was ist wirklich wichtig?
* Nutzerführung: Wo soll geklickt werden – ohne nachdenken zu müssen?
* Texte: verständlich, klar, ohne Marketingsprech
* Bilder: passend, professionell, webtauglich (ja, Dateigröße zählt)
* Technik: mobile Darstellung, Ladezeit, Formulare, Spam-Schutz
* Basis-SEO: damit Google überhaupt versteht, worum’s geht
* Rechtliches: Impressum/Datenschutz und Cookie-Thema sauber gedacht
* Tests & Qualität: Links, Buttons, Darstellung am Handy, Kontaktformular
* Live-Schaltung & Übergabe: damit Sie nicht allein dastehen
Kurz: Eine Website ist nicht „fertig“, wenn sie hübsch ist.
Sie ist fertig, wenn sie **funktioniert**.
So sieht der Aufwand in der Praxis aus (ohne Preise, nur Zeit)
Damit Sie ein realistisches Gefühl bekommen, hier ein typischer Ablauf mit Zeiten aus meiner Arbeit:
1) Vorgespräch & Zielklärung: ca. 3 Stunden
Was ist das Ziel? Für wen ist die Website? Welche Leistungen? Welche Region? Was soll passieren (Anfragen, Buchungen, Kontakt)?
2) Entwurf / Grundkonzept: ca. 2 Stunden
Aufbau, Struktur, erster Design-Rahmen, Nutzerführung.
3) Feedbackgespräch 1: ca. 1,5 Stunden
Hier kommt das Bauchgefühl: „Passt das zu mir?“ – normal. Und wichtig. Denn Sie sollen sich zeigen, nicht verkleiden.
4) Aufsetzen & Designübertrag
Baukasten:** ca. 4 Stunden
WordPress:** ca. 6 Stunden
Responsive, Abstände, Typografie, Buttons, Konsistenz – das sind keine „Kleinigkeiten“, das ist die Basis.
5) Feedbackgespräch 2 + Änderungen: ca. 2 Stunden
Korrekturen, Feinschliff, Anpassungen – Bestandteil eines sauberen Prozesses.
6) Texte, Fotos & Webtauglichkeit: ca. 3 Stunden
Texte strukturieren/kürzen, Lesbarkeit verbessern, Bilder auswählen, zuschneiden, komprimieren, einbauen.
Dieser Punkt wird enorm unterschätzt.
7) SEO-Basics: ca. 2 Stunden
Seitentitel, Meta-Description, Überschriftenstruktur, Indexierung, interne Verlinkung.
8) Abschluss, Tests, Live-Schaltung: ca. 3 – 5 Stunden
Mobile-Check, Formular-Test, Link-Check, letzte Änderungen, Livegang, Übergabe.
**Merksatz:** „Einfach“ ist kein Preis – „einfach“ ist höchstens „weniger Umfang“.
Und meistens werden die Änderungen eher mehr als weniger – denn zu merken, dass einem etwas nicht gefällt, geht viel schneller, als klar zu wissen, was man wirklich will. 😉
Praxis-Beispiele: 3 Websites – 3 Aufwände (und warum)
Hier drei echte Fälle (anonymisiert), damit Sie sehen, wie stark Aufwand schwanken kann:
Praxis 1: Therapeutin – Baukasten, 6 Seiten
➡️ **23 Stunden**
Grund: viele Feedbackschleifen und Änderungen (völlig verständlich – gerade beim Start will man sich sicher fühlen).
Praxis 2: Große Firmenwebsite – WordPress
➡️ **56 Stunden**
Alles im Rahmen, klarer Ablauf, klare Entscheidungen.
Praxis 3: Shop + Webseite
➡️ **88 Stunden**
Unglaublich viele Änderungen. Shop bedeutet viele Details, viele Entscheidungen, viele Tests.
Sie sehen: „Einfach“ heißt nicht automatisch „schnell“.
Und ein Shop ist nicht „Website plus Warenkorb“ – das ist ein eigenes Projekt
Die 7 typischen Fallen, die später richtig teuer werden (Zeit, Nerven, Relaunch
1. „Billig gekauft – später doppelt gezahlt“ (Relaunch nach wenigen Monaten)
2. Texte fehlen → Website hängt ewig halbfertig herum
3. Unpassende Fotos → wirkt unprofessionell, trotz „Design“
4. SEO „machen wir später“ → später findet Sie trotzdem keiner
5. Kein klarer Call-to-Action → hübsch, aber bringt keine Anfragen
6. Falsches System fürs Ziel → zu starr, zu kompliziert oder nicht erweiterbar
7. Wartung vergessen → Updates/Sicherheit werden zum Stressfaktor
Neugründer: Was Sie am Anfang wirklich brauchen (und was nicht)
Sie müssen nicht sofort alles haben. Sie brauchen das Richtige.
Minimum, das fast immer Sinn macht:
Startseite (klar: was, für wen, warum)
Leistungen (verständlich!)
Über mich (Vertrauen)
Kontakt (leicht & sichtbar)
Rechtliches (sauber)
Nice-to-have später:
Blog mit 30 Kategorien
Spezielle Unterseiten
Fancy Animationen
Komplexe Funnels, bevor die Basics stehen
Eine Website ist Ihr digitaler Vertriebsmitarbeiter – kein „Nebenbei-Projekt
Eine Website arbeitet für Sie. Oder sie steht Ihnen im Weg.
Und ich bin ganz ehrlich: **Unterbezahlt arbeite ich nicht mehr.**
Weil es niemandem hilft – weder Ihnen noch mir.
Wenn Sie eine Website möchten, die klar ist, professionell wirkt und Kund*innen führt, dann machen wir das sauber – verständlich, strukturiert und ohne Fachchinesisch.

