Stockfoto oder selbstgemacht? Welche Bilder wirklich zu Ihrer Website passen

Stockfoto, Smartphone oder professionelles Shooting? Warum nicht Perfektion entscheidet, sondern ob Ihre Bilder wirklich zu Ihnen, Ihrem Unternehmen und Ihrer Marke passen.

Webseitenbilder sind keine Dekoration.

Zumindest sollten sie das nicht sein.

Sie erzählen etwas über Ihr Unternehmen, noch bevor jemand den ersten Absatz gelesen hat. Sie zeigen Stimmung, Persönlichkeit, Arbeitsweise – und manchmal leider auch einfach:

„Hier brauchten wir noch schnell ein Bild.“

Dann sitzt dort die berühmte Frau mit Headset.

Daneben drei Menschen, die begeistert auf einen Laptop zeigen.

Und irgendwo werden Hände geschüttelt.

Sie kennen die Bilder.

Dagegen ist grundsätzlich nichts einzuwenden. Auch ich verwende Stockfotos (oder anderer Download-Plattformen) – besonders im Blog oder bei Themen, für die ich schlicht kein eigenes passendes Motiv habe oder gerade die Zeit nicht aufbringe.

Die richtige Frage lautet für mich deshalb nicht:

Stockfoto oder eigenes Foto?

Sondern:

Passt dieses Bild wirklich zu Ihnen, Ihrem Unternehmen und dem Eindruck, den Sie vermitteln möchten?

Inhaltsverzeichnis

Gekaufte Fotos sind nicht grundsätzlich schlecht

Austauschbar werden sie erst, wenn sie ohne Gedanken ausgewählt werden.

Stockfotos und Bilder aus anderen Bilddatenbanken haben einige sehr praktische Vorteile: Sie sind schnell verfügbar, teilweise kostenlos und für nahezu jede gewünschte Stimmung oder jedes Thema zu finden.

Wichtig: Kostenlos bedeutet nicht automatisch frei verwendbar. Prüfen Sie deshalb immer die jeweiligen Lizenz- und Nutzungsbedingungen!

 

Für Blogartikel, abstrakte Themen, Hintergrundbilder oder ergänzende Gestaltungselemente können sie wunderbar funktionieren.

Problematisch wird es für mich dort, wo ein Bild etwas Persönliches darstellen soll, das mit dem tatsächlichen Unternehmen überhaupt nichts zu tun hat.

Ein Beispiel:

Auf der Website eines kleinen Handwerksbetriebes sehen Sie eine perfekt ausgeleuchtete Werkstatt mit vier lachenden Models in makellos sauberer Arbeitskleidung.

Sie rufen dort an.

Und treffen später auf einen Zwei-Personen-Betrieb in einer völlig anderen Werkstatt.

Ist die echte Werkstatt deshalb schlechter?

Überhaupt nicht.

Ich hätte sie nur wesentlich lieber gesehen.

Denn genau dort entsteht Persönlichkeit.

Wann ich Stockfotos durchaus sinnvoll finde

Nicht jedes Motiv muss aus Ihrem eigenen Fotoarchiv stammen.

Ich würde Stockmaterial beispielsweise einsetzen:

  • bei Blogartikeln und Ratgeberthemen

  • bei abstrakten Begriffen

  • für ergänzende Hintergründe

  • bei bewusst gestalteten Collagen

  • für Situationen, die sich vernünftig kaum selbst fotografieren lassen

  • wenn ein Bild hauptsächlich Atmosphäre erzeugen soll

Auch auf meinem Blog finden Sie Bilder aus Bilddatenbanken.

Und nein – sie sehen nicht alle aus, als wären sie am selben Dienstag vom selben Fotografen aufgenommen worden.

Damit kann ich leben.

Denn meine Website hat insgesamt eine klare Bildsprache, Typografie, Farbwelt und Gestaltung.

Stimmig ist mir wichtiger als zwanghaft perfekt einheitlich.

Wenn einmal ein Bild ein wenig aus der Reihe tanzt:

Na und?

Wir müssen nicht aus jeder Website eine visuelle Militärparade machen.

Bei Ihrer Person würde ich vorsichtiger mit Stockfotos sein

Menschen möchten irgendwann wissen, mit wem sie es tatsächlich zu tun haben.

Gerade bei Selbständigen, Beratenden, Coaches, Kreativen und kleinen Unternehmen spielt die Person hinter dem Angebot häufig eine große Rolle.

Da finde ich es schwierig, wenn eine Website ausschließlich aus Models besteht.

Wenn ich eine Dienstleistung bei Ihnen buche, möchte ich irgendwann auch Sie sehen.

Das muss kein Hochglanzportrait sein.

Ein gutes Foto am Arbeitsplatz kann wesentlich mehr erzählen.

Sie bei der Arbeit.

Ihre Hände.

Ihr Atelier.

Ihre Werkstatt.

Ihr Büro.

Werkzeuge.

Materialien.

Entwürfe.

Produkte.

Details, die tatsächlich zu Ihrem Alltag gehören.

Gerade diese vermeintlich unspektakulären Dinge sind häufig diejenigen, die ein Unternehmen unverwechselbar machen.

Selbst fotografieren? Warum nicht.

Ein gutes Smartphonefoto kann wertvoller sein als ein perfektes Bild, das nichts mit Ihnen zu tun hat.

Nicht jedes Bild auf einer Unternehmenswebsite braucht ein professionelles Fotoshooting.

Gerade für Blog, Projekte, Einblicke in die Arbeit oder kleine Momentaufnahmen können selbst fotografierte Bilder hervorragend funktionieren.

Ein paar Dinge würde ich dabei trotzdem beachten:

Licht
Natürliches, weiches Licht ist häufig dankbarer als ein dunkler Raum plus zehn Filter.

Hintergrund
Schauen Sie nicht nur auf das Motiv. Was steht dahinter?

Bildaufbau
Lassen Sie Ihrem Motiv Platz und fotografieren Sie nicht alles exakt in die Mitte.

Details
Hände, Materialien, Arbeitsgeräte oder kleine Ausschnitte können sehr lebendig wirken.

Qualität
Fotografieren Sie lieber in hoher Auflösung. Verkleinern können wir später immer noch.

Das bedeutet übrigens nicht, möglichst riesige Bilddateien ungefiltert auf die Website zu laden. Google empfiehlt ausdrücklich, Bildqualität und Ladegeschwindigkeit gemeinsam zu berücksichtigen.

Oder einfacher gesagt:

Gut fotografieren – für die Website anschließend vernünftig optimieren.

Professionelles Fotoshooting: Ja. Aber bitte von Ihnen – nicht von Ihrer erfundenen Business-Version.

Diese Lektion musste ich selbst erst lernen.

Mein erstes Business-Fotoshooting war professionell organisiert.

Fotografin.

Visagistin.

Kleidung.

Alles vorbereitet.

Eigentlich hätte also nichts schiefgehen können.

Tat es auch nicht.

Zumindest technisch nicht.

Das Problem war ich.

Oder genauer gesagt:

Ich hatte die Vorstellung, ich müsste für Businessfotos irgendwie anders aussehen als sonst.

Die Visagistin schminkte mich deutlich stärker, als ich es gewohnt war.

Mir gefiel es nicht besonders.

Gesagt habe ich nichts.

Ich dachte:

Das gehört vermutlich so.

Dann kamen die Posen.

Ich war angespannt, fühlte mich beobachtet und versuchte gleichzeitig irgendwie „professionell“ auszusehen.

Erst gegen Ende des Shootings wurde ich lockerer.

Und genau das sieht man auf den Bildern.

Das eigentlich Schade daran:

Ich erkenne mich in vielen dieser Fotos nicht wieder.

Sie sind nicht schlecht.

Aber sie zeigen eine Version von mir, von der ich damals dachte, sie müsse auf einer Businesswebsite zu sehen sein.

Heute würde ich das anders machen.

Was ich aus meinem ersten Business-Fotoshooting gelernt habe

Ihre Fotos. Ihre Regeln.

Heute würde ich einer Fotografin oder einem Fotografen viel klarer sagen, wer ich bin und was ich nicht möchte.

Und genau das würde ich auch Ihnen empfehlen.

Sprechen Sie vor dem Shooting darüber:

  • Wie möchten Sie wirken?

  • Was passt überhaupt nicht zu Ihnen?

  • Wie kleiden Sie sich normalerweise?

  • Wie stark möchten Sie geschminkt sein?

  • Welche Situationen gehören tatsächlich zu Ihrer Arbeit?

  • Welche Posen fühlen sich vollkommen fremd an?

  • Welche Bilder brauchen Sie später für Website und Social Media?

Und ganz wichtig:

Sagen Sie etwas, wenn Sie sich unwohl fühlen.

Eine Fotografin kann fantastisch sein und trotzdem nicht wissen, dass Sie gerade innerlich denken:

„Um Himmels willen, so gehe ich doch niemals aus dem Haus.“

Sie darf Vorschläge machen.

Sie darf Sie aus Ihrer Komfortzone locken.

Aber Sie müssen sich auf den fertigen Bildern noch wiedererkennen.

Ich würde außerdem genügend Zeit einplanen.

Wer – so wie ich – nicht gerade begeistert vor Kameras springt, braucht vielleicht erst einmal 50 Fotos, um zu vergessen, dass dort überhaupt eine Kamera steht.

Dann werden meistens auch die Bilder besser.

Ihre Bildsprache gehört zu Ihrer Marke

Nicht jedes Foto muss gleich aussehen. Aber zusammen sollten sie dieselbe Geschichte erzählen.

Bei einem Brand Design denke ich deshalb nicht nur über Logo, Farben und Schriften nach.

Auch die Bilder gehören dazu.

Fragen Sie sich beispielsweise:

Licht:
Hell und luftig oder eher dunkel und atmosphärisch?

Farben:
Welche Töne tauchen immer wieder auf?

Menschen:
Inszenierte Portraits oder eher natürliche Arbeitssituationen?

Umgebung:
Studio, Büro, Werkstatt, Natur, Kundensituation?

Details:
Welche Materialien, Gegenstände oder Arbeitsmittel gehören typisch zu Ihnen?

Bearbeitung:
Natürlich oder bewusst stark stilisiert?

Es geht nicht darum, daraus ein Korsett zu machen.

Im Gegenteil.

Eine Bildsprache soll Ihnen die Auswahl erleichtern.

Wenn Sie wissen, welche Stimmung zu Ihrer Marke gehört, erkennen Sie wesentlich schneller:

Das passt zu mir.

Oder eben:

Nein. Das sieht zwar hübsch aus – aber nicht nach meinem Unternehmen.

Und was ist mit KI-generierten Bildern?

Für mich: Werkzeug ja. Ersatz für echte Menschen nein.

Natürlich gehört 2026 noch eine vierte Möglichkeit dazu:

KI-generierte Bilder.

Und Sie wissen inzwischen vermutlich:

Ich habe damit ein etwas zwiespältiges Verhältnis.

Ich verwende KI selbst und finde sie für bestimmte Dinge ausgesprochen praktisch.

Für Brainstorming.

Für Recherche.

Für Ideen, die man real gar nicht oder nur mit enormem Aufwand fotografieren könnte.

Auch für meinen Blog kann das wunderbar funktionieren.

Was ich allerdings weiterhin schwierig finde:

Eine vollkommen künstliche Person als scheinbar echten Menschen auf einer Unternehmenswebsite zu präsentieren.

Die makellose Geschäftsfrau im perfekt beleuchteten Atelier.

Der Handwerker, den es nie gegeben hat.

Die Mitarbeiterin, die gar nicht im Unternehmen arbeitet.

Das passt für mich nicht zu einer Website, die Vertrauen schaffen soll.

Und nein – ich würde heute auch nicht mehr behaupten, Menschen könnten grundsätzlich immer erkennen oder „unterbewusst spüren“, dass ein Bild KI-generiert ist.

KI-Bilder werden schlicht immer besser.

Mein Problem ist ein anderes: Was behaupte ich mit diesem Bild?

Wenn Sie eine Illustration zeigen, ist das etwas anderes, als wenn Besucher glauben sollen:

„Das ist die Person, mit der ich später zusammenarbeite.“

Seit 2. August 2026 gelten außerdem Teile der Transparenzregeln des EU AI Act für bestimmte KI-generierte beziehungsweise manipulierte Inhalte. Nicht jedes hübsche KI-Symbolbild auf einer Website muss deshalb automatisch einen großen Warnhinweis tragen; besondere Transparenzpflichten betreffen unter anderem Deepfakes und bestimmte weitere Anwendungsfälle.

Für mich ist unabhängig von der gesetzlichen Pflicht ohnehin eine einfachere Regel hilfreich:

Wenn ein künstliches Bild beim Betrachter einen falschen Eindruck über Ihr echtes Unternehmen erzeugt, würde ich es nicht verwenden.

Ich habe übrigens selbst einmal ausprobiert, wie KI-generierte Bilder von mir wirken.

Für einen Test habe ich Bilder erstellen lassen, auf denen eine KI-Version von mir zu sehen war – und diese anschließend auf meiner Website und in Social Media verwendet.

Das Ergebnis war fast ein bisschen gemein:

Die Bilder kamen ausgesprochen gut an.

Freunde machten mir Komplimente, wie schön die Fotos geworden seien – und ich dachte mir nur:

„Vielen Dank. Ich war das allerdings nur ungefähr.“ 😉

Natürlich hat mich das gefreut. Gleichzeitig fand ich es auch ein wenig irritierend, wie selbstverständlich diese künstlich optimierte Version von mir akzeptiert wurde.

Und genau deshalb finde ich das Thema so spannend: KI kann inzwischen Bilder erzeugen, die attraktiver, perfekter oder einfach „fotogener“ wirken als die Realität.

Aber die Frage bleibt:

Möchte ich zeigen, was besonders gut ankommt – oder möchte ich zeigen, wer tatsächlich dahintersteht?

Für mich war dieser kleine Test ziemlich aufschlussreich.

Echtes Portraitfoto und KI-generiertes Portrait im Vergleich.

Webseitenbilder sind keine Dekoration.

Zumindest sollten sie das nicht sein.

Sie erzählen etwas über Ihr Unternehmen, noch bevor jemand den ersten Absatz gelesen hat. Sie zeigen Stimmung, Persönlichkeit, Arbeitsweise – und manchmal leider auch einfach:

„Hier brauchten wir noch schnell ein Bild.“

Dann sitzt dort die berühmte Frau mit Headset.

Daneben drei Menschen, die begeistert auf einen Laptop zeigen.

Und irgendwo werden Hände geschüttelt.

Sie kennen die Bilder.

Dagegen ist grundsätzlich nichts einzuwenden. Auch ich verwende Stockfotos (oder anderer Download-Plattformen) – besonders im Blog oder bei Themen, für die ich schlicht kein eigenes passendes Motiv habe oder gerade die Zeit nicht aufbringe.

Die richtige Frage lautet für mich deshalb nicht:

Stockfoto oder eigenes Foto?

Sondern:

Passt dieses Bild wirklich zu Ihnen, Ihrem Unternehmen und dem Eindruck, den Sie vermitteln möchten?

Gekaufte Fotos sind nicht grundsätzlich schlecht

Austauschbar werden sie erst, wenn sie ohne Gedanken ausgewählt werden.

Stockfotos und Bilder aus anderen Bilddatenbanken haben einige sehr praktische Vorteile: Sie sind schnell verfügbar, teilweise kostenlos und für nahezu jede gewünschte Stimmung oder jedes Thema zu finden.

Wichtig: Kostenlos bedeutet nicht automatisch frei verwendbar. Prüfen Sie deshalb immer die jeweiligen Lizenz- und Nutzungsbedingungen!

 

Für Blogartikel, abstrakte Themen, Hintergrundbilder oder ergänzende Gestaltungselemente können sie wunderbar funktionieren.

Problematisch wird es für mich dort, wo ein Bild etwas Persönliches darstellen soll, das mit dem tatsächlichen Unternehmen überhaupt nichts zu tun hat.

Ein Beispiel:

Auf der Website eines kleinen Handwerksbetriebes sehen Sie eine perfekt ausgeleuchtete Werkstatt mit vier lachenden Models in makellos sauberer Arbeitskleidung.

Sie rufen dort an.

Und treffen später auf einen Zwei-Personen-Betrieb in einer völlig anderen Werkstatt.

Ist die echte Werkstatt deshalb schlechter?

Überhaupt nicht.

Ich hätte sie nur wesentlich lieber gesehen.

Denn genau dort entsteht Persönlichkeit.

Wann ich Stockfotos durchaus sinnvoll finde

Nicht jedes Motiv muss aus Ihrem eigenen Fotoarchiv stammen.

Ich würde Stockmaterial beispielsweise einsetzen:

  • bei Blogartikeln und Ratgeberthemen

  • bei abstrakten Begriffen

  • für ergänzende Hintergründe

  • bei bewusst gestalteten Collagen

  • für Situationen, die sich vernünftig kaum selbst fotografieren lassen

  • wenn ein Bild hauptsächlich Atmosphäre erzeugen soll

Auch auf meinem Blog finden Sie Bilder aus Bilddatenbanken.

Und nein – sie sehen nicht alle aus, als wären sie am selben Dienstag vom selben Fotografen aufgenommen worden.

Damit kann ich leben.

Denn meine Website hat insgesamt eine klare Bildsprache, Typografie, Farbwelt und Gestaltung.

Stimmig ist mir wichtiger als zwanghaft perfekt einheitlich.

Wenn einmal ein Bild ein wenig aus der Reihe tanzt:

Na und?

Wir müssen nicht aus jeder Website eine visuelle Militärparade machen.

Bei Ihrer Person würde ich vorsichtiger mit Stockfotos sein

Menschen möchten irgendwann wissen, mit wem sie es tatsächlich zu tun haben.

Gerade bei Selbständigen, Beratenden, Coaches, Kreativen und kleinen Unternehmen spielt die Person hinter dem Angebot häufig eine große Rolle.

Da finde ich es schwierig, wenn eine Website ausschließlich aus Models besteht.

Wenn ich eine Dienstleistung bei Ihnen buche, möchte ich irgendwann auch Sie sehen.

Das muss kein Hochglanzportrait sein.

Ein gutes Foto am Arbeitsplatz kann wesentlich mehr erzählen.

Sie bei der Arbeit.

Ihre Hände.

Ihr Atelier.

Ihre Werkstatt.

Ihr Büro.

Werkzeuge.

Materialien.

Entwürfe.

Produkte.

Details, die tatsächlich zu Ihrem Alltag gehören.

Gerade diese vermeintlich unspektakulären Dinge sind häufig diejenigen, die ein Unternehmen unverwechselbar machen.

Selbst fotografieren? Warum nicht.

Ein gutes Smartphonefoto kann wertvoller sein als ein perfektes Bild, das nichts mit Ihnen zu tun hat.

Nicht jedes Bild auf einer Unternehmenswebsite braucht ein professionelles Fotoshooting.

Gerade für Blog, Projekte, Einblicke in die Arbeit oder kleine Momentaufnahmen können selbst fotografierte Bilder hervorragend funktionieren.

Ein paar Dinge würde ich dabei trotzdem beachten:

Licht
Natürliches, weiches Licht ist häufig dankbarer als ein dunkler Raum plus zehn Filter.

Hintergrund
Schauen Sie nicht nur auf das Motiv. Was steht dahinter?

Bildaufbau
Lassen Sie Ihrem Motiv Platz und fotografieren Sie nicht alles exakt in die Mitte.

Details
Hände, Materialien, Arbeitsgeräte oder kleine Ausschnitte können sehr lebendig wirken.

Qualität
Fotografieren Sie lieber in hoher Auflösung. Verkleinern können wir später immer noch.

Das bedeutet übrigens nicht, möglichst riesige Bilddateien ungefiltert auf die Website zu laden. Google empfiehlt ausdrücklich, Bildqualität und Ladegeschwindigkeit gemeinsam zu berücksichtigen.

Oder einfacher gesagt:

Gut fotografieren – für die Website anschließend vernünftig optimieren.

Professionelles Fotoshooting: Ja. Aber bitte von Ihnen – nicht von Ihrer erfundenen Business-Version.

Diese Lektion musste ich selbst erst lernen.

Mein erstes Business-Fotoshooting war professionell organisiert.

Fotografin.

Visagistin.

Kleidung.

Alles vorbereitet.

Eigentlich hätte also nichts schiefgehen können.

Tat es auch nicht.

Zumindest technisch nicht.

Das Problem war ich.

Oder genauer gesagt:

Ich hatte die Vorstellung, ich müsste für Businessfotos irgendwie anders aussehen als sonst.

Die Visagistin schminkte mich deutlich stärker, als ich es gewohnt war.

Mir gefiel es nicht besonders.

Gesagt habe ich nichts.

Ich dachte:

Das gehört vermutlich so.

Dann kamen die Posen.

Ich war angespannt, fühlte mich beobachtet und versuchte gleichzeitig irgendwie „professionell“ auszusehen.

Erst gegen Ende des Shootings wurde ich lockerer.

Und genau das sieht man auf den Bildern.

Das eigentlich Schade daran:

Ich erkenne mich in vielen dieser Fotos nicht wieder.

Sie sind nicht schlecht.

Aber sie zeigen eine Version von mir, von der ich damals dachte, sie müsse auf einer Businesswebsite zu sehen sein.

Heute würde ich das anders machen.

Was ich aus meinem ersten Business-Fotoshooting gelernt habe

Ihre Fotos. Ihre Regeln.

Heute würde ich einer Fotografin oder einem Fotografen viel klarer sagen, wer ich bin und was ich nicht möchte.

Und genau das würde ich auch Ihnen empfehlen.

Sprechen Sie vor dem Shooting darüber:

  • Wie möchten Sie wirken?

  • Was passt überhaupt nicht zu Ihnen?

  • Wie kleiden Sie sich normalerweise?

  • Wie stark möchten Sie geschminkt sein?

  • Welche Situationen gehören tatsächlich zu Ihrer Arbeit?

  • Welche Posen fühlen sich vollkommen fremd an?

  • Welche Bilder brauchen Sie später für Website und Social Media?

Und ganz wichtig:

Sagen Sie etwas, wenn Sie sich unwohl fühlen.

Eine Fotografin kann fantastisch sein und trotzdem nicht wissen, dass Sie gerade innerlich denken:

„Um Himmels willen, so gehe ich doch niemals aus dem Haus.“

Sie darf Vorschläge machen.

Sie darf Sie aus Ihrer Komfortzone locken.

Aber Sie müssen sich auf den fertigen Bildern noch wiedererkennen.

Ich würde außerdem genügend Zeit einplanen.

Wer – so wie ich – nicht gerade begeistert vor Kameras springt, braucht vielleicht erst einmal 50 Fotos, um zu vergessen, dass dort überhaupt eine Kamera steht.

Dann werden meistens auch die Bilder besser.

Ihre Bildsprache gehört zu Ihrer Marke

Nicht jedes Foto muss gleich aussehen. Aber zusammen sollten sie dieselbe Geschichte erzählen.

Bei einem Brand Design denke ich deshalb nicht nur über Logo, Farben und Schriften nach.

Auch die Bilder gehören dazu.

Fragen Sie sich beispielsweise:

Licht:
Hell und luftig oder eher dunkel und atmosphärisch?

Farben:
Welche Töne tauchen immer wieder auf?

Menschen:
Inszenierte Portraits oder eher natürliche Arbeitssituationen?

Umgebung:
Studio, Büro, Werkstatt, Natur, Kundensituation?

Details:
Welche Materialien, Gegenstände oder Arbeitsmittel gehören typisch zu Ihnen?

Bearbeitung:
Natürlich oder bewusst stark stilisiert?

Es geht nicht darum, daraus ein Korsett zu machen.

Im Gegenteil.

Eine Bildsprache soll Ihnen die Auswahl erleichtern.

Wenn Sie wissen, welche Stimmung zu Ihrer Marke gehört, erkennen Sie wesentlich schneller:

Das passt zu mir.

Oder eben:

Nein. Das sieht zwar hübsch aus – aber nicht nach meinem Unternehmen.

Und was ist mit KI-generierten Bildern?

Für mich: Werkzeug ja. Ersatz für echte Menschen nein.

Natürlich gehört 2026 noch eine vierte Möglichkeit dazu:

KI-generierte Bilder.

Und Sie wissen inzwischen vermutlich:

Ich habe damit ein etwas zwiespältiges Verhältnis.

Ich verwende KI selbst und finde sie für bestimmte Dinge ausgesprochen praktisch.

Für Brainstorming.

Für Recherche.

Für Ideen, die man real gar nicht oder nur mit enormem Aufwand fotografieren könnte.

Auch für meinen Blog kann das wunderbar funktionieren.

Was ich allerdings weiterhin schwierig finde:

Eine vollkommen künstliche Person als scheinbar echten Menschen auf einer Unternehmenswebsite zu präsentieren.

Die makellose Geschäftsfrau im perfekt beleuchteten Atelier.

Der Handwerker, den es nie gegeben hat.

Die Mitarbeiterin, die gar nicht im Unternehmen arbeitet.

Das passt für mich nicht zu einer Website, die Vertrauen schaffen soll.

Und nein – ich würde heute auch nicht mehr behaupten, Menschen könnten grundsätzlich immer erkennen oder „unterbewusst spüren“, dass ein Bild KI-generiert ist.

KI-Bilder werden schlicht immer besser.

Mein Problem ist ein anderes: Was behaupte ich mit diesem Bild?

Wenn Sie eine Illustration zeigen, ist das etwas anderes, als wenn Besucher glauben sollen:

„Das ist die Person, mit der ich später zusammenarbeite.“

Seit 2. August 2026 gelten außerdem Teile der Transparenzregeln des EU AI Act für bestimmte KI-generierte beziehungsweise manipulierte Inhalte. Nicht jedes hübsche KI-Symbolbild auf einer Website muss deshalb automatisch einen großen Warnhinweis tragen; besondere Transparenzpflichten betreffen unter anderem Deepfakes und bestimmte weitere Anwendungsfälle.

Für mich ist unabhängig von der gesetzlichen Pflicht ohnehin eine einfachere Regel hilfreich:

Wenn ein künstliches Bild beim Betrachter einen falschen Eindruck über Ihr echtes Unternehmen erzeugt, würde ich es nicht verwenden.

Stockfotos: Bitte die Lizenz trotzdem lesen

„Kostenlos heruntergeladen“ bedeutet nicht automatisch „damit darf ich alles machen“.

Hier würde ich meinen ursprünglichen Artikel heute korrigieren.

Bei Plattformen wie Pexels, Pixabay und Unsplash ist eine Namensnennung unter deren Standardlizenzen häufig nicht verpflichtend. Die jeweiligen Plattformen erlauben viele private und kommerzielle Nutzungen.

Aber:

Das bedeutet nicht, dass jedes denkbare Motiv für jeden denkbaren Werbezweck automatisch rechtlich unproblematisch ist.

Erkennbare Personen, Marken, Kunstwerke oder andere geschützte Inhalte im Bild können zusätzliche Rechte betreffen. Darauf weisen auch die Plattformen selbst ausdrücklich hin.

Meine praktische Regel lautet deshalb:

Lizenz prüfen und abspeichern.

Vor allem bei kommerziell verwendeten Bildern.

Und bitte:

Keine Bilder einfach aus der Google-Bildersuche herunterladen.

Google zeigt Ihnen Bilder.

Google schenkt Ihnen damit aber nicht deren Nutzungsrechte.

Nach österreichischem Urheberrecht entstehen Rechte an Fotografien grundsätzlich bereits mit deren Erstellung; für eine Nutzung auf der eigenen Website brauchen Sie entsprechende Nutzungsrechte.

Auch bei eigenen Businessfotos gehören die Rechte geklärt

Selbst darauf zu sehen bedeutet nicht automatisch, dass Sie das Foto urheberrechtlich selbst geschaffen haben.

Auch diesen Punkt würde ich gegenüber meiner alten Version präzisieren.

Wenn Sie selbst ein Foto aufnehmen, sind Sie in einer anderen Situation als bei einem professionellen Fotoshooting.

Hat dagegen eine Fotografin oder ein Fotograf die Bilder aufgenommen, sollten Sie bereits beim Auftrag klären, welche Nutzungsrechte Sie erhalten:

Website?

Social Media?

Print?

Werbeanzeigen?

Bearbeitung?

Wie lange?

Und ist eine Urheberangabe vorgesehen?

Die WKO empfiehlt ausdrücklich, Nutzungsrechte und gegebenenfalls erforderliche Urheberangaben vor der Veröffentlichung zu klären.

Bei erkennbaren Personen kommen außerdem Persönlichkeits- und Datenschutzfragen hinzu.

Kurz:

Lieber vorher eine klare Vereinbarung als nachher ein sehr unentspanntes E-Mail.

Welche Bilder gehören wohin?

Sie brauchen nicht auf jeder Seite ein neues Fotoshooting.

Für eine typische Unternehmenswebsite würde ich ungefähr so denken:

Startseite
Ein starkes Bild, das sofort etwas über Sie oder Ihr Unternehmen erzählt.

Über mich / Über uns
Echte Menschen. Unbedingt.

Leistungen
Arbeitssituationen, Prozesse, Details oder gut gewählte ergänzende Motive.

Projekte / Referenzen
So echt und konkret wie möglich. (Bitte holen Sie bei Kunden die Einwilligung zur Veröffentlichung ein!)

Kontakt
Person, Büro, Atelier, Geschäft oder ein anderes vertrautes Element.

Blog
Hier dürfen Stockfotos, Illustrationen und KI-Bilder wesentlich freier eingesetzt werden.

Die Mischung kann völlig unterschiedlich sein.

Eine Website darf gleichzeitig professionelle Portraits, Smartphone-Aufnahmen aus dem Alltag, Stockmaterial und Illustrationen enthalten.

Wenn das Gesamtkonzept stimmt.

Mein Fazit: Es muss nicht perfekt sein. Es muss nach Ihnen aussehen.

Ich bin heute wesentlich entspannter bei Bildern als früher.

Nicht jedes Foto muss aus einem professionellen Shooting stammen.

Nicht jedes Stockfoto ist böse.

Nicht jede Smartphone-Aufnahme ist automatisch authentisch.

Und nicht jedes KI-Bild ist für mich tabu.

 

Entscheidend ist etwas anderes:

Passt das Bild zu dem Unternehmen, das tatsächlich dahintersteht?

Ich möchte auf einer Website nicht die perfekte Fantasieversion eines Unternehmens kennenlernen.

 

Ich möchte eine Vorstellung davon bekommen:

Wer arbeitet dort?

Wie arbeiten diese Menschen?

Was ist ihnen wichtig?

Wie fühlt sich dieses Unternehmen an?

Genau deshalb würde ich heute bei meinem eigenen Fotoshooting vieles anders machen.

Nicht perfekter.

Mehr nach mir.

Und das ist vielleicht der wichtigste Tipp, den ich Ihnen für Ihre eigenen Website-Bilder geben kann.

Sie möchten Ihre Bilder selbst fotografieren?

Dafür habe ich einen kleinen Leitfaden zusammengestellt, der Ihnen bei Motiven, Vorbereitung und Umsetzung hilft.

Sie haben ein professionelles Fotoshooting?

Dafür habe ich einen kleinen Leitfaden zusammengestellt, der Fotografinnen und Fotografen einen guten Überblick darüber gibt, worauf es bei Bildern für eine Website ankommt – von den benötigten Motiven bis hin zu Format, Bildaufbau und späterer Verwendung.

Blog-Autorin Manuela Spiegelfeld
AUTORIN Manuela Spiegelfeld

Gründerin von ARTbySpiegelfeld.
Ich schreibe über Gestaltung, Webdesign, Sichtbarkeit und das, was mir im Business-Alltag sonst noch begegnet.

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