Hinweis: Dieser Artikel behandelt ein Thema, das sich laufend verändert. Ich aktualisiere ihn, wenn sich Wesentliches ändert.
Zuletzt aktualisiert: August 2026
Google-Suche war einmal ziemlich einfach.
Sie tippen etwas ein.
Google zeigt Links.
Sie klicken auf einen davon.
Nun ja.
Diese Zeiten sind nicht vorbei – aber ganz so übersichtlich ist es inzwischen nicht mehr.
Google beantwortet Fragen mittlerweile direkt über KI-generierte Übersichten, lässt Nutzerinnen und Nutzer im AI Mode ganze Gespräche führen, ermöglicht Folgefragen und zerlegt komplexere Suchanfragen selbstständig in mehrere Unterthemen.
In Österreich wurde der AI Mode bereits im Oktober 2025 eingeführt.
2026 ist deshalb klar:
KI ist nicht mehr irgendein zusätzliches Experiment in der Google-Suche.
KI wird zunehmend Teil der Suche selbst.
Und natürlich stellt sich für Unternehmen die unangenehme Frage:
Was bedeutet das für meine Website, meine Besucherzahlen und SEO?
AI Overview und AI Mode – was ist eigentlich der Unterschied?
Aus der klassischen Ergebnisliste wird zunehmend eine Antwort- und Rechercheoberfläche.
Die AI Overviews kennen viele bereits aus den normalen Suchergebnissen.
Google fasst dabei Informationen zu einer Suchanfrage zusammen und zeigt dazu weiterführende Quellen und Links an.
Der AI Mode geht deutlich weiter.
Dort können Nutzerinnen und Nutzer komplexere Fragen stellen, nachhaken, vergleichen und eine Recherche im Gespräch fortsetzen. Google zerlegt solche Fragen teilweise selbst in mehrere Unterfragen und recherchiert parallel verschiedene Informationsquellen.
Aus:
„Webdesigner Österreich“
kann also beispielsweise irgendwann eher werden:
„Ich gründe eine Massagepraxis in Oberösterreich, brauche eine kleine Website, möchte später selbst Texte ändern können und habe maximal 3.000 Euro Budget. Welche Lösung wäre sinnvoll und worauf sollte ich achten?“
Das ist eine völlig andere Art zu suchen.
Und genau das finde ich für Unternehmen besonders spannend.
Die berühmte „Seite 1 bei Google“ wird immer weniger eindeutig
Eine gute Platzierung bleibt wertvoll – aber Suchergebnisse bestehen längst aus mehr als zehn blauen Links.
Früher war das Ziel relativ klar:
Bei Google möglichst weit nach oben.
Am besten Position 1.
Heute können auf einer Suchergebnisseite unter anderem auftauchen:
AI Overviews
klassische organische Ergebnisse
Anzeigen
Videos
Bilder
lokale Suchergebnisse
Produkte
Foren und andere Inhaltsformate
Und Nutzerinnen und Nutzer können anschließend auch direkt in den AI Mode wechseln und dort weiterfragen.
Deshalb halte ich Versprechen wie:
„Wir bringen Sie garantiert auf Seite 1!“
heute für noch fragwürdiger als früher.
Nicht nur, weil niemand seriös eine bestimmte Google-Position garantieren kann.
Sondern auch, weil „Seite 1“ immer weniger beschreibt, wie Menschen tatsächlich suchen.
Bedeutet das jetzt, dass SEO tot ist?
Nein. SEO hat nur wieder einmal eine neue Frisur bekommen.
Das Interessante ist:
Google selbst sagt ausdrücklich, dass die bisherigen SEO-Grundlagen auch für AI Overviews und AI Mode weiterhin relevant sind.
Es gibt laut Google keine spezielle Geheimoptimierung, kein besonderes KI-Schema und auch keine mysteriöse zusätzliche „AI-Datei“, die Sie auf Ihrer Website hinterlegen müssen.
Also bitte nicht auf den nächsten Guru hereinfallen, der Ihnen für 2.999 Euro das geheime „GEO-Super-Schema“ verkaufen möchte.
Die Grundlagen bleiben erstaunlich vertraut:
technisch zugängliche Website
klare Struktur
sinnvolle interne Verlinkungen
verständliche Inhalte
gute Nutzererfahrung
relevante Texte
hilfreiche Bilder und Videos, wo sie tatsächlich etwas beitragen
aktuelle Unternehmens- und Produktinformationen
Kurz gesagt:
Eine gute Website bleibt eine gute Grundlage.
Nur die Wege, über die Menschen auf diese Inhalte stoßen, verändern sich.
Was sich bei Inhalten tatsächlich verändert
Austauschbarer Content wird noch austauschbarer.
Diesen Punkt finde ich besonders interessant.
Google empfiehlt inzwischen ausdrücklich Inhalte, die nicht einfach dasselbe wiederholen, was sowieso schon auf hundert anderen Websites steht.
Eigene Erfahrung.
Eigene Erkenntnisse.
Fachwissen.
Konkrete Beispiele.
Persönliche Perspektiven.
Google bezeichnet solche Inhalte sinngemäß als nicht austauschbaren beziehungsweise nicht alltäglichen Content und stellt sie allgemeinen Texten gegenüber, die praktisch von überall stammen könnten.
Und da schließt sich für mich ein schöner Kreis.
Denn genau deshalb überarbeite ich beispielsweise meine eigenen Blogartikel nicht zu sterilen SEO-Texten.
Ich möchte darin meine Erfahrungen erzählen.
Was hat bei meinen Kunden funktioniert?
Was ist schiefgegangen?
Was würde ich heute anders machen?
Warum halte ich manche Marketing-Weisheit für Unsinn?
Welche Entscheidungen treffe ich bei meinen eigenen Projekten?
Das kann eine KI zusammenfassen. Aber die Erfahrung muss vorher jemand gemacht haben.
Und genau darin sehe ich eine große Chance für kleine Unternehmen.
Sie müssen nicht mehr Content produzieren als alle anderen.
Vielleicht müssen Sie einfach mehr Eigenes produzieren.
Werden Websites überhaupt noch angeklickt?
Eine berechtigte Frage die ich im Alltag schon höre – und noch keine, die man pauschal beantworten kann.
Natürlich liegt ein Gedanke nahe:
Wenn Google eine Frage bereits direkt beantwortet, warum sollte jemand anschließend noch auf eine Website klicken?
Bei einfachen Informationsfragen kann es durchaus passieren, dass die Antwort in der Suchoberfläche bereits genügt. Das ist eine logische Folge solcher Antwortsysteme – wie stark das eine konkrete Website betrifft, sollte jedoch anhand der eigenen Daten beurteilt werden.
Google selbst argumentiert dagegen, dass AI Overviews und AI Mode zusätzliche und vielfältigere Links sichtbar machen und dass Klicks aus Suchergebnissen mit AI Overviews teilweise zu längeren Besuchen auf Websites führen.
Das sind allerdings Angaben von Google selbst und nicht überprüfbar.
Für mich bedeutet das:
Nicht in Panik geraten. Messen.
Denn für Ihr Unternehmen ist nicht entscheidend, ob irgendeine Studie weltweit fünf Prozent mehr oder weniger Klicks misst.
Entscheidend ist:
Was passiert auf Ihrer Website?
Neu 2026: Google macht KI-Sichtbarkeit in der Search Console messbarer
Endlich etwas weniger Kaffeesatzlesen.
Das finde ich tatsächlich eine der interessantesten Neuerungen.
Google hat im Juni 2026 begonnen, eigene Leistungsberichte für generative KI-Funktionen in der Search Console zu testen.
Dort können teilnehmende Website-Betreiber unter anderem sehen:
wie häufig ihre URLs in generativen KI-Funktionen angezeigt wurden,
welche Seiten dort erschienen,
in welchen Ländern,
auf welchen Geräten
und wie sich diese Sichtbarkeit über die Zeit entwickelt.
Der Rollout läuft zunächst nur für einen Teil der Websites.
Falls Sie diesen Bericht also noch nicht in Ihrer Search Console sehen:
Keine Panik.
Google hat ihn noch nicht überall freigeschaltet.
Das ist trotzdem eine wichtige Entwicklung.
Denn statt nur darüber zu spekulieren, ob Ihre Inhalte irgendwo in einer KI-Antwort auftauchen, soll diese Sichtbarkeit zunehmend messbar werden.
Kann ich verhindern, dass meine Inhalte in Googles KI-Antworten erscheinen?
Inzwischen gibt Google Website-Betreibern mehr Kontrolle – allerdings wird die Funktion noch ausgerollt.
Google testet seit 2026 außerdem eine neue Einstellung in der Search Console, mit der Website-Betreiber festlegen können, ob Links und Inhalte ihrer Website in generativen Suchfunktionen wie AI Overviews und AI Mode erscheinen und zur Fundierung solcher Antworten verwendet werden dürfen.
Wer dort ausschließt, verzichtet allerdings gleichzeitig darauf, mit seinen Links in diesen KI-Funktionen sichtbar zu sein und daraus möglichen Traffic zu erhalten. Die Einstellung beeinflusst laut Google nicht das Ranking in den übrigen Suchergebnissen.
Das ist also keine Entscheidung nach dem Motto:
„Google darf meinen Content nicht verwenden, aber bitte trotzdem schön meine Website verlinken.“
So bequem wird es leider nicht.
Für kleine Unternehmenswebsites würde ich deshalb nicht reflexartig alles ausschließen.
Ich würde zunächst beobachten, welche Sichtbarkeit und welcher Nutzen tatsächlich entstehen.
Muss ich jetzt für „KI-SEO“ komplett anders schreiben?
Bitte nicht.
Wenn ich eines nicht empfehlen würde, dann plötzlich sämtliche Website-Texte für Maschinen umzubauen.
Ihre Kundinnen und Kunden sind weiterhin Menschen und für diese schreiben Sie ja, oder?
Google empfiehlt selbst, Inhalte in erster Linie hilfreich, zuverlässig, verständlich und für Leserinnen und Leser zu erstellen. Klare Abschnitte und Überschriften helfen dabei ebenso wie fachlich fundierte und eigene Inhalte.
Für mich heißt das ganz praktisch:
Schreiben Sie verständlich.
Beantworten Sie echte Fragen.
Strukturieren Sie Ihre Inhalte vernünftig.
Zeigen Sie Erfahrung.
Werden Sie konkret.
Verlinken Sie sinnvoll auf weiterführende Inhalte.
Und bitte schreiben Sie nicht denselben Artikel wie die nächsten 200 Websites, nur weil ein SEO-Tool behauptet, Sie müssten unbedingt noch 1.300 Wörter ergänzen.
Was ist mit Backlinks?
Die würde ich noch nicht beerdigen.
In meinem ursprünglichen Artikel hatte ich geschrieben, klassische SEO-Signale wie Backlinks würden durch KI an Bedeutung verlieren.
Diesen Satz würde ich heute streichen.
Google sagt ausdrücklich, dass AI Overviews und AI Mode weiterhin auf den bestehenden Such-, Qualitäts- und Ranking-Systemen aufbauen.
Daraus lässt sich nicht seriös ableiten:
„Backlinks sind jetzt unwichtig.“
Was sich aber seit Jahren verändert hat:
Masse allein ist keine gute Strategie.
Ein thematisch sinnvoller Link, eine echte Empfehlung, eine Erwähnung in einem passenden Fachmedium oder eine gute Kooperation ist für mich wesentlich interessanter als 500 fragwürdige Links aus irgendeinem gekauften Paket.
Das war allerdings schon vor AI Overviews eine ziemlich gute Idee.
Und Google Ads?
Auch bezahlte Sichtbarkeit verschwindet nicht. Sie zieht einfach mit in die KI-Welt ein.
Google integriert Anzeigen inzwischen ebenfalls in seine KI-Sucherlebnisse.
Anzeigen können in Märkten mit AI Overviews oberhalb oder unterhalb der KI-Antwort erscheinen. Anzeigen innerhalb von AI Overviews sind derzeit nur in ausgewählten Ländern und Sprachen verfügbar.
Damit verändert sich auch Google Ads weiter in Richtung automatisierter Systeme, Intent-Erkennung und KI-gestützter Ausspielung.
Für Unternehmen bedeutet das meiner Meinung nach vor allem:
Noch genauer hinschauen.
Automatisierung kann sehr praktisch sein.
Aber nur weil Google mehr Entscheidungen übernimmt, sollten Sie nicht aufhören zu prüfen:
Was wird ausgegeben?
Was kommt dabei heraus?
Welche Suchanfragen führen tatsächlich zu Anfragen?
Und rechnet sich das Ganze?
KI darf das Werkzeug bedienen.
Die Unternehmensentscheidung würde ich trotzdem gerne noch selbst treffen.
Was bedeutet die neue Google-Suche für kleine Unternehmen?
Sie müssen nicht überall sein. Aber Sie sollten klar erkennbar sein.
Ich glaube nicht, dass kleine Unternehmen jetzt hektisch fünfzig neue Maßnahmen brauchen.
Im Gegenteil.
Ich würde mich auf einige solide Grundlagen konzentrieren:
1. Eine technisch vernünftige Website
Damit Suchmaschinen und Menschen Ihre Inhalte überhaupt gut erreichen können.
2. Ein verständliches Angebot
Wenn niemand versteht, was Sie machen, kann auch die KI nur schwer erklären, warum Sie relevant sind.
3. Eigene Inhalte mit Erfahrung
Nicht einfach die hundertste Zusammenfassung eines Themas.
Zeigen Sie, was Sie wissen und erlebt haben.
4. Lokale Sichtbarkeit
Für regionale Unternehmen bleiben ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil und klare Unternehmensinformationen wichtig. Google weist darauf hin, dass lokale Unternehmensdaten auch in generativen Suchantworten berücksichtigt werden können.
5. Nicht ausschließlich von Google abhängig sein
Newsletter.
Empfehlungen.
Netzwerke.
Social Media.
YouTube.
Pinterest.
LinkedIn.
Offline-Werbung.
Welche Kanäle sinnvoll sind, hängt von Ihrem Unternehmen ab.
Aber ich würde meine gesamte Sichtbarkeit nicht auf einen einzigen Algorithmus setzen.
Schon gar nicht auf einen, der gerade grundlegend umgebaut wird.
Mein Fazit: SEO bleibt – aber Suche verändert sich
Wir optimieren nicht mehr nur für eine Ergebnisliste.
Google AI Overviews waren nur der Anfang.
Mit AI Mode, Folgefragen, multimodaler Suche und weiteren KI-Funktionen entwickelt sich Google zunehmend von einer klassischen Suchmaschine zu einem System, das Informationen recherchiert, zusammenführt und direkt weiterverarbeitet.
Das bedeutet aber nicht:
Websites sind jetzt unwichtig.
Google selbst braucht weiterhin Webseiten und andere Quellen, um aktuelle und relevante Informationen für seine Antworten zu finden und verweist aus den KI-Funktionen auf unterstützende Inhalte.
Für Unternehmen verändert sich eher die Aufgabe:
Es reicht immer weniger, einen durchschnittlichen SEO-Text zu veröffentlichen und darauf zu hoffen, dass das Keyword häufig genug darin vorkommt.
Sie brauchen Inhalte, die etwas Eigenes beitragen.
Erfahrung.
Fachwissen.
Klarheit.
Persönlichkeit.
Und eine Website, auf der ein Mensch, der schließlich doch klickt, auch einen Grund findet zu bleiben.
EHRLICHE WORTE:
Persönlich sehe ich dieser Entwicklung trotzdem mit einem gewissen Unbehagen entgegen.
Google zu verstehen, war noch nie ganz einfach – aber durch KI-generierte Antworten, Shopping-Ergebnisse, Anzeigen und immer neue Darstellungsformen wird es zunehmend schwieriger einzuschätzen, wo die eigene Website überhaupt noch ihren Platz findet.
Die berühmte „Seite 1 bei Google“ gibt es in dieser klaren Form ohnehin schon lange nicht mehr. Und manchmal frage ich mich durchaus, wie viel Raum für die klassischen Suchergebnisse am Ende noch übrig bleibt.
Gleichzeitig mache ich mit meiner eigenen Website aber eine Erfahrung, die mich etwas beruhigt: Sie ist gut gepflegt, wird laufend aktualisiert und Google zeigt mich bei regionalen Suchanfragen erstaunlich gerne.
Das weiß ich nicht nur aus Statistiken – ich frage neue Interessentinnen und Interessenten bei der Kontaktaufnahme ganz bewusst, wie sie mich gefunden haben. Und die Antwort lautet tatsächlich immer wieder: über Google.
Das zeigt mir zumindest eines: Man muss nicht zwangsläufig mit riesigem Werbebudget gegen die großen Anbieter antreten. Google versucht seinen Nutzerinnen und Nutzern möglichst passende und hilfreiche Ergebnisse zu liefern.
Wenn Ihre Website technisch sauber ist, Ihr Angebot klar beschrieben wird, Ihre Inhalte gepflegt sind und Sie für Ihre Kundinnen und Kunden tatsächlich etwas Relevantes zu sagen haben, haben auch kleinere Unternehmen weiterhin gute Chancen, gefunden zu werden.
Eine Garantie ist das natürlich nicht.
Aber es ist für mich ein wesentlich angenehmerer Gedanke, als jetzt panisch jedem neuen „KI-SEO-Geheimrezept“ hinterherzulaufen.
Ist Ihre Website für die neue Suche gut aufgestellt?
Sie brauchen dafür keine geheimnisvolle „KI-SEO-Strategie“.
Aber eine technisch saubere Website, verständliche Inhalte, eine gute SEO-Basis und einen Blick darauf, was in Ihrer Search Console tatsächlich passiert, sind heute wichtiger denn je.
Wenn Sie wissen möchten, wo Ihre Website steht und was wirklich sinnvoll verbessert werden sollte, schauen wir uns das gemeinsam an.