DIY - Der passende Hintergrund selbst gemacht!
Ich hatte eine ziemlich genaue Vorstellung davon, wie mein Foto- und Videohintergrund aussehen sollte.
Das Problem:
Ich fand ihn nicht.
Meine damaligen Branding-Farben waren nicht gerade das, was bei fertigen Fotohintergründen massenhaft angeboten wurde. Und irgendwann dachte ich mir:
Dann mache ich ihn eben selbst.
Gesagt, getan.
Ich besorgte Leinwand, Farbe, Malerrolle und vermutlich deutlich mehr Platz, als ich ursprünglich eingeplant hatte.
Und weil ich ohnehin schon dabei war, habe ich den ganzen Prozess gleich gefilmt.
Das Ergebnis war nicht exakt so, wie ich es ursprünglich im Kopf hatte.
Aber es gefiel mir.
Und noch wichtiger: Ich habe den Hintergrund später tatsächlich bei einem Fotoshooting verwendet.
Warum überhaupt ein eigener Fotohintergrund?
Weil die passende Bildsprache nicht immer fertig zu kaufen ist.
Ein Foto- oder Videohintergrund muss nicht zwingend Ihre Markenfarben tragen.
Aber er kann dabei helfen, eine bestimmte Stimmung zu erzeugen und Ihre Bildsprache zu unterstützen.
Gerade wenn Sie häufiger Fotos oder Videos für Ihre Website, Social Media oder andere Werbemittel erstellen, kann ein eigener Hintergrund sehr praktisch sein.
Hell oder dunkel.
Ruhig oder lebendig.
Minimalistisch oder etwas kräftiger.
Entscheidend ist für mich weniger, ob jeder Farbton exakt dem Styleguide entspricht.
Wichtiger ist:
Passt die Wirkung zu Ihnen und zu dem, was Sie zeigen möchten?
Genau das war bei mir damals der Ausgangspunkt.
Ich wollte etwas Eigenes.
Etwas, das nicht nach klassischem Studiohintergrund aussieht.
Und vor allem etwas, das ich immer wieder verwenden konnte.
Was Sie dafür brauchen
Erstaunlich wenig – abgesehen von etwas Platz.
Für meinen Hintergrund habe ich ungrundierte Leinwand aus Baumwolle verwendet.
Das Gewebe war relativ stabil und wurde durch die Farbe später noch etwas fester.
Wenn Sie einen weicheren, eher stoffartigen Hintergrund möchten, können Sie natürlich auch ein leichteres Material wählen.
Zusätzlich brauchen Sie:
wasserverdünnbare Farbe
Malervlies oder eine andere große Unterlage
eine Malerrolle
einen größeren Pinsel
Malerkrepp
eine Schale zum Verdünnen der Farbe
Wasser
etwas zum Umrühren
Ich habe damals normale Wandfarbe verwendet, weil sie sich gut verdünnen und unkompliziert verarbeiten ließ.
Und dann braucht man natürlich noch etwas, das in keiner Materialliste steht:
die Bereitschaft, einfach auszuprobieren.
Die Größe vorher gut überlegen
Meine Leinwand war nicht gerade zurückhaltend.
Meine Leinwand hatte ungefähr 2,10 × 5 Meter.
Ja.
Das ist groß.
Mein Hintergrundgestell war allerdings ebenfalls entsprechend dimensioniert.
Bevor Sie Material kaufen, überlegen Sie deshalb, was Sie später damit fotografieren möchten.
Nur Portraits?
Halbkörper?
Ganzkörperaufnahmen?
Mehrere Personen?
Produkte?
Und natürlich:
Wo können Sie den Hintergrund überhaupt aufstellen?
Eine riesige Leinwand ist ausgesprochen praktisch – solange man auch einen Ort dafür hat.
Erst überlegen, dann Farbe verteilen
Ein bisschen Planung erspart erstaunlich viel Improvisation.
Bevor ich begonnen habe, habe ich mir überlegt, wie der Hintergrund ungefähr wirken sollte.
Sie können beispielsweise:
unterschiedliche Farbtöne verwenden
einzelne Bereiche abkleben
die Ränder dunkler gestalten
die Mitte heller lassen
Muster integrieren
ein Logo oder andere grafische Elemente ergänzen
Ich würde heute allerdings nicht zwanghaft versuchen, den gesamten Markenauftritt auf eine Leinwand zu packen.
Der Hintergrund soll schließlich unterstützen.
Nicht schreien:
„Sehen Sie! Hier wurde Branding betrieben!“
Manchmal reicht eine passende Farbstimmung vollkommen aus.
So habe ich meinen Hintergrund bemalt
Es darf ruhig ein wenig unperfekt werden.
Zuerst habe ich eine große Unterlage ausgelegt und fixiert.
Das ist wichtig, weil die Farbe durch das Gewebe dringen kann.
Danach kam die Leinwand darauf.
Ich habe zunächst mit stark verdünnter Farbe gearbeitet.
Die erste Schicht war sehr dünn und wurde bewusst kreuz und quer aufgetragen.
Genau dadurch entsteht dieser leicht unregelmäßige, lebendige Effekt.
Sie können die einzelnen Schichten zwischendurch trocknen lassen, um die tatsächliche Farbwirkung besser beurteilen zu können.
Denn nasse Farbe wirkt meistens deutlich kräftiger als trockene.
Oder Sie arbeiten direkt weiter und tragen verschiedene Schichten ineinander auf.
Ich habe mich dabei weniger an eine exakte Anleitung gehalten und mehr geschaut:
Gefällt mir das schon?
Wenn nicht:
noch eine Schicht.
Noch etwas Wasser.
Noch etwas Farbe.
Noch einmal darüber.
Tiefe entsteht durch unterschiedliche Intensitäten
Nicht jede Stelle muss gleich aussehen.
Als mir die Grundfarbe gefiel, habe ich einzelne Bereiche etwas kräftiger gestaltet.
Vor allem die Ränder dürfen dunkler sein, während die Mitte oder eine bestimmte Seite heller bleibt.
Dadurch bekommt der Hintergrund mehr Tiefe und wirkt später auf Fotos interessanter.
Und genau hier darf man ruhig experimentieren.
Es muss nicht alles gleichmäßig sein.
Im Gegenteil.
Die kleinen Unregelmäßigkeiten machen so einen selbst gestalteten Hintergrund für mich erst spannend.
Und wenn es überhaupt nicht gefällt?
Rückseite.
Das ist das Schöne an einer großen Leinwand.
Wenn der erste Versuch vollkommen daneben geht:
drehen Sie sie um.
Dann haben Sie noch eine zweite Chance.
Ich mag Projekte, bei denen man nicht gleich beim ersten Pinselstrich das Gefühl haben muss, jetzt bitte ein Meisterwerk produzieren zu müssen.
Man probiert.
Schaut.
Verändert.
Und manchmal entsteht dabei etwas ganz anderes als ursprünglich geplant.
Das ist nicht automatisch schlechter.
Mein Hintergrund kam später tatsächlich zum Einsatz
Und genau dann merkt man, ob eine Idee funktioniert.
Ich habe den fertigen Hintergrund später bei einem Fotoshooting mit Tamara und Sabrina eingesetzt.
Er entsprach nicht exakt meinen Branding-Farben.
Und wissen Sie was?
Das war vollkommen in Ordnung.
Er passte zur Stimmung.
Er funktionierte auf den Bildern.
Und genau darauf kommt es letztlich an.
Nicht jedes Detail eines Markenauftritts muss bis auf den letzten Farbwert identisch sein.
Ein Gesamtkonzept darf auch ein bisschen leben.
Das Video dazu gibt es übrigens noch
Ein älteres Projekt aus meinem Atelier – aber die Idee funktioniert nach wie vor.
Weil ich den Entstehungsprozess damals gefilmt habe, gibt es dazu auch ein Video auf YouTube.
Dort können Sie sehen, wie ich den Hintergrund Schritt für Schritt aufgebaut und bemalt habe.
Wenn Sie selbst einen Fotohintergrund gestalten möchten, schauen Sie ruhig hinein und holen Sie sich Ideen.
Und wenn Sie noch mehr Varianten sehen möchten, finden Sie auf YouTube unter Begriffen wie „Fotohintergrund selbst bemalen“ zahlreiche weitere Techniken und Beispiele.
Mein Fazit: Man muss nicht immer kaufen, was man braucht
Manchmal darf man es einfach selbst erfinden.
Genau solche Projekte mag ich.
Ich hatte etwas Bestimmtes im Kopf.
Ich fand nichts, das wirklich passte.
Also habe ich ausprobiert, wie ich es selbst umsetzen kann.
Das Ergebnis war nicht perfekt.
Aber es war meines.
Und es wurde tatsächlich verwendet.
Vielleicht ist das auch der Grund, warum dieser ältere Artikel für mich heute noch ins Atelier gehört.
Nicht unbedingt, weil jeder nun sofort eine fünf Meter lange Leinwand bemalen sollte.
Sondern weil er ziemlich gut zeigt, wie ich arbeite:
sehen, überlegen, ausprobieren, verändern – und am Ende etwas Eigenes daraus machen.
Und wenn dabei zwischendurch Farbe am falschen Ort landet, gehört das vermutlich einfach dazu.