Hinweis: Dieser Artikel behandelt ein Thema, das sich laufend verändert. Ich aktualisiere ihn, wenn sich Wesentliches ändert.
Zuletzt aktualisiert: August 2026
Wenn mich neue Interessentinnen oder Interessenten kontaktieren, stelle ich inzwischen fast immer eine Frage:
„Wie haben Sie mich eigentlich gefunden?“
Natürlich interessiert mich das beruflich.
Schließlich möchte ich wissen, welche meiner Maßnahmen tatsächlich funktionieren – und welche vielleicht nur meine To-do-Liste beschäftigen.
Eine Antwort höre ich erstaunlich oft:
„Über Google.“
Gerade bei regionalen Suchanfragen scheint Google meine Website und mein Unternehmen inzwischen recht gerne auszuspielen.
Und nein:
Ich gebe dafür nicht jeden Monat ein Vermögen für Werbung aus.
Meine Website ist gut gepflegt, Inhalte werden aktualisiert, mein Unternehmen ist klar beschrieben – und auch mein Google Unternehmensprofil gehört für mich zu dieser Basis.
Es ist kostenlos.
Es ist vergleichsweise einfach zu pflegen.
Und gerade für regionale Unternehmen würde ich es wirklich nicht unterschätzen.
Inhaltsverzeichnis
Was ist das Google Unternehmensprofil?
Früher hieß es Google My Business. Heute interessiert vor allem, was man damit machen kann.
Vielleicht kennen Sie es noch unter dem früheren Namen Google My Business.
Heute heißt es schlicht Google Unternehmensprofil beziehungsweise Google Business Profile.
Das Profil kann erscheinen, wenn jemand bei Google nach Ihrem Unternehmen, Ihrer Branche oder einem passenden Angebot in der Umgebung sucht.
Darin können beispielsweise Informationen stehen wie:
Unternehmensname
Adresse oder Einzugsgebiet
Telefonnummer
Website
Öffnungszeiten
Unternehmenskategorie
Leistungen
Fotos und Videos
Bewertungen
aktuelle Beiträge oder Angebote
Google empfiehlt selbst, Unternehmensinformationen möglichst vollständig und aktuell zu halten. Für lokale Suchergebnisse spielen laut Google vor allem Relevanz, Entfernung und Bekanntheit eine Rolle.
Das bedeutet allerdings nicht:
Profil ausfüllen = automatisch Position 1.
So einfach macht Google uns das leider nicht.
Warum ich das Unternehmensprofil gerade für regionale Unternehmen wichtig finde
Weil Menschen häufig nicht nach Ihrem Namen suchen – sondern nach einer Lösung.
Wenn jemand bereits ARTbySpiegelfeld kennt und danach googelt, ist die Sache relativ einfach.
Spannender ist für mich die Person, die mich noch überhaupt nicht kennt.
Sie sucht vielleicht:
Webdesignerin in meiner Nähe
Brand Design Oberösterreich
Werbeagentur Attersee
oder etwas Ähnliches.
Genau bei solchen regionalen Suchanfragen kann ein gut gepflegtes Unternehmensprofil sehr wertvoll sein.
Google versucht passende Unternehmen in der Umgebung zu zeigen. Wie gut Ihr Profil zu einer Suchanfrage passt, wie weit das Unternehmen entfernt ist und wie bekannt beziehungsweise etabliert es ist, fließt in die lokalen Ergebnisse ein.
Und genau deshalb würde ich Google auch möglichst klar erklären:
Wer bin ich?
Was mache ich?
Wo arbeite ich?
Wie kann man mich erreichen?
Eigentlich ziemlich vernünftige Fragen.
Bitte tragen Sie nicht einfach möglichst viele Keywords ein
Google Unternehmensprofil ist kein Keyword-Ablageplatz.
Früher wurde rund um lokale Suchmaschinenoptimierung gerne geraten:
„Packen Sie Ihre wichtigsten Keywords möglichst überall hinein.“
Davon halte ich wenig.
Wenn Ihr Unternehmen beispielsweise Tischlerei Huber heißt, würde ich daraus nicht plötzlich:
„Tischlerei Huber Küchen Möbel Maßmöbel Tischler Vöcklabruck Oberösterreich günstig“
machen.
Sie lachen.
Aber solche Konstruktionen sieht man.
Google möchte, dass Unternehmen korrekt und realistisch dargestellt werden. Und für die lokale Relevanz helfen vollständige, konkrete Unternehmensinformationen wesentlich mehr als künstliches Keyword-Gestopfe.
Beschreiben Sie also verständlich, was Sie anbieten.
Wählen Sie eine passende Unternehmenskategorie.
Tragen Sie Ihre Leistungen ein.
Und lassen Sie das Profil bitte noch nach einem echten Unternehmen aussehen.
Halten Sie Ihre Informationen aktuell
Nichts schafft Vertrauen wie „Geöffnet“ – wenn man anschließend vor verschlossener Tür steht.
Öffnungszeiten sind so ein typisches Detail.
Man richtet das Profil einmal ein.
Alles stimmt.
Und drei Jahre später stehen dort immer noch die Öffnungszeiten von damals.
Ähnlich bei:
Telefonnummern.
Website-Adressen.
Leistungen.
Firmenbezeichnungen.
Standorten.
Oder Feiertagsöffnungszeiten.
Google empfiehlt ausdrücklich vollständige und korrekte Angaben sowie aktuelle Öffnungszeiten, damit Menschen wissen, wann und wie sie ein Unternehmen erreichen können.
Ich würde deshalb lieber gelegentlich fünf Minuten in die Kontrolle investieren, als irgendwann festzustellen, dass Interessenten seit Monaten auf eine falsche Telefonnummer klicken.
Bewertungen: Ja, bitte
Aber bitte echte.
Bewertungen sind für mich einer der wertvollsten Bestandteile des Unternehmensprofils.
Nicht nur wegen Google.
Vor allem wegen der Menschen.
Wenn ich selbst ein Restaurant, einen Dienstleister oder ein Geschäft suche, schaue ich schließlich ebenfalls:
Wie sind die Erfahrungen anderer?
Was schreiben Kunden?
Wie reagiert das Unternehmen?
Google weist darauf hin, dass mehr Bewertungen und positive Bewertungen zur lokalen Bekanntheit beitragen können. Auch Antworten auf Bewertungen können zeigen, dass ein Unternehmen Feedback ernst nimmt.
Wenn Sie zufriedene Kundinnen und Kunden haben:
Bitten Sie ruhig um eine ehrliche Bewertung.
Daran ist überhaupt nichts Verwerfliches.
Was Sie nicht tun sollten:
Bewertungen kaufen.
Rabatte für eine Fünf-Sterne-Bewertung anbieten.
Geschenke dafür verteilen.
Oder nur ganz bestimmten Kunden ermöglichen, eine Bewertung abzugeben, weil Sie bereits wissen, dass diese positiv ausfallen wird.
Google verbietet bezahlte oder anderweitig incentivierte Bewertungen ausdrücklich.
Kurz gesagt:
Fragen: ja. Bestechen: nein.
Eigentlich ebenfalls eine recht sympathische Regel.
Und antworten Sie auf Bewertungen
Auch auf die weniger angenehmen.
Positive Bewertung?
Bedanken.
Negative Bewertung?
Nicht sofort in den Verteidigungsmodus wechseln.
Ich weiß.
Leichter gesagt als getan.
Vor allem wenn man überzeugt ist, dass die Darstellung unfair ist.
Aber eine sachliche, professionelle Antwort lesen später nicht nur derjenige, der die Bewertung geschrieben hat.
Sie wird auch von potenziellen neuen Kundinnen und Kunden gesehen.
Manchmal sagt die Art, wie ein Unternehmen mit Kritik umgeht, fast mehr aus als fünf begeisterte Bewertungen.
Google empfiehlt ebenfalls, auf Rezensionen zu reagieren und damit zu zeigen, dass Feedback ernst genommen wird.
Eine Sorge höre ich übrigens immer wieder – gerade von Unternehmerinnen:
„Was, wenn ich aktiv um Bewertungen bitte und dann ausgerechnet jemand etwas Negatives schreibt?“
Ich kann diese Zurückhaltung verstehen. Schließlich fühlt sich eine Bewertung des eigenen Unternehmens schnell ziemlich persönlich an – besonders dann, wenn man selbst die Person hinter der Marke ist.
Aber aus Angst vor einer möglichen schlechten Bewertung gar nicht erst um Feedback zu bitten, bedeutet eben auch, auf viele gute Bewertungen zu verzichten.
Und Hand aufs Herz: Ein Profil mit ausschließlich perfekten Fünf-Sterne-Bewertungen wirkt nicht automatisch glaubwürdiger. Viel interessanter finde ich, wie ein Unternehmen mit Kritik umgeht.
Wenn einmal eine berechtigte negative Rückmeldung kommt, kann man darauf ruhig, sachlich und professionell reagieren. Und wenn eine Bewertung unfair ist, sehen andere Menschen oft sehr genau, wie beide Seiten miteinander umgehen.
Ich würde deshalb nicht versuchen, schlechte Bewertungen um jeden Preis zu vermeiden. Ich würde lieber dafür sorgen, dass zufriedene Kundinnen und Kunden überhaupt eine Stimme bekommen.
Fotos: Zeigen Sie bitte Ihr echtes Unternehmen
Das darf ruhig ein bisschen nach Realität aussehen.
Auch Fotos gehören für mich unbedingt hinein.
Ihr Geschäft.
Ihr Büro.
Ihre Werkstatt.
Produkte.
Projekte.
Mitarbeitende – sofern das natürlich entsprechend geklärt ist.
Oder einfach Details aus Ihrem Arbeitsalltag.
Sie müssen daraus kein Hochglanzmagazin machen.
Menschen möchten häufig einfach sehen:
Wie sieht es dort aus?
Wer steckt dahinter?
Ist das Unternehmen echt?
Gerade kleine Unternehmen können davon enorm profitieren.
Und auch hier passt wieder meine persönliche Haltung:
Ein gutes, echtes Foto ist mir häufig lieber als ein komplett austauschbares Hochglanzbild, das mit dem tatsächlichen Unternehmen kaum etwas zu tun hat.
Nutzen Sie Beiträge – aber machen Sie daraus keine neue Vollzeitstelle
Auch im Unternehmensprofil können Sie aktuelle Informationen veröffentlichen.
Google ermöglicht weiterhin Beiträge beziehungsweise Updates im Unternehmensprofil.
Dort können unter anderem Neuigkeiten, Angebote oder Veranstaltungen veröffentlicht und mit Bildern, Videos oder Links ergänzt werden. Diese Beiträge können in Google Search und Maps erscheinen.
Das kann zum Beispiel sinnvoll sein für:
neue Angebote
Veranstaltungen
Neueröffnungen
saisonale Aktionen
wichtige Unternehmensnews
besondere Projekte
Müssen Sie deshalb nun neben Instagram, Facebook, LinkedIn und Ihrem Newsletter auch noch dreimal wöchentlich das Google Unternehmensprofil bespielen?
Bitte nicht noch eine Pflicht daraus machen.
Ich würde es sinnvoll nutzen.
Wenn Sie etwas Relevantes zu sagen haben, posten Sie es.
Wenn nicht, müssen Sie auch dort nicht künstlich Content produzieren.
Google archiviert normale ältere Beiträge grundsätzlich nach sechs Monaten, sofern kein abweichender Zeitraum angegeben ist.
Verlinken Sie natürlich auf Ihre Website
Das Unternehmensprofil soll nicht Ihre Website ersetzen.
Dieser Punkt ist mir wichtig.
Ein Google Unternehmensprofil kann hervorragend dabei helfen, gefunden zu werden.
Aber es ist nicht Ihr digitaler Hauptsitz.
Ihre Website bleibt der Ort, an dem Sie ausführlicher zeigen können:
wer Sie sind,
was Sie anbieten,
wie Sie arbeiten,
welche Projekte Sie umgesetzt haben
und warum jemand gerade Sie kontaktieren sollte.
Im Unternehmensprofil geben Sie einen schnellen Überblick.
Auf Ihrer Website kann daraus Vertrauen entstehen.
Für mich gehören die beiden deshalb zusammen.
Das Unternehmensprofil allein macht noch keine lokale SEO-Strategie
Aber es ist ein verdammt guter Anfang.
Ich würde niemals behaupten:
„Legen Sie ein Google Unternehmensprofil an und schon stehen die Kunden vor der Tür.“
Schön wäre es.
Lokale Sichtbarkeit hängt von mehreren Dingen ab.
Zum Beispiel von Ihrer Website.
Von Ihren Inhalten.
Ihrem Standort.
Wettbewerb.
Bewertungen.
Erwähnungen und Links.
Und natürlich davon, ob Ihr Unternehmen überhaupt zu der konkreten Suchanfrage passt.
Google selbst sagt ausdrücklich, dass man sich ein besseres lokales Ranking weder kaufen noch einfach bestellen kann.
Trotzdem gehört ein vollständiges Unternehmensprofil für mich bei einem regional arbeitenden Unternehmen zu den Dingen, die ich zuerst erledigen würde.
Weil es vergleichsweise wenig kostet.
Nämlich hauptsächlich:
ein bisschen Zeit und regelmäßige Pflege.
Meine eigene Erfahrung damit
Genau deshalb frage ich neue Interessenten immer wieder, wie sie mich gefunden haben.
Ich verlasse mich ungern nur darauf, was irgendein Statistiktool behauptet.
Mich interessiert auch die Realität.
Deshalb frage ich.
Und dabei fällt mir auf:
Google wird immer wieder genannt.
Gerade bei Menschen aus meiner Region.
Das bestätigt für mich etwas, das ich bei SEO generell wichtig finde:
Man braucht nicht zwangsläufig riesige Budgets, um gefunden zu werden.
Eine gut gepflegte Website.
Klare Informationen.
Hilfreiche Inhalte.
Ein aktuelles Unternehmensprofil.
Gute Bewertungen.
Und etwas Geduld.
Das alles klingt nicht besonders spektakulär.
Es gibt keinen geheimen Hack.
Keine SEO-Rakete.
Keinen Schalter mit:
„Ab morgen Position 1.“
Aber manchmal sind genau diese unspektakulären Grundlagen erstaunlich wirksam.
Mein Fazit: Wenn Sie regional arbeiten, kümmern Sie sich darum
Das Google Unternehmensprofil ist kostenlos.
Es kann direkt in Google und Google Maps sichtbar werden.
Es bietet Interessenten schnell wichtige Informationen.
Es zeigt Bewertungen.
Fotos.
Kontaktmöglichkeiten.
Öffnungszeiten.
Und es kann Menschen von dort direkt auf Ihre Website führen.
Deshalb würde ich es gerade als kleines oder regionales Unternehmen nicht einfach ignorieren.
Aber bitte:
nicht einmal anlegen und anschließend fünf Jahre vergessen.
Schauen Sie gelegentlich hinein.
Aktualisieren Sie Informationen.
Antworten Sie auf Bewertungen.
Fügen Sie gute Fotos hinzu.
Und prüfen Sie, ob das Profil Ihr Unternehmen noch so zeigt, wie es heute tatsächlich ist.
Manchmal muss Sichtbarkeit nämlich gar nicht komplizierter werden.
Man muss die Dinge, die bereits vorhanden sind, einfach ordentlich pflegen.
