Firmennamen wählen: Warum Bauchgefühl allein teuer werden kann

Firmennamen wählen? Erfahren Sie, welche strategischen und rechtlichen Punkte Sie vor Logo, Domain und Website prüfen sollten – bevor es teuer wird.

Ein Firmenname ist schnell gefunden.

Ein guter Firmenname? Das ist eine ganz andere Geschichte.

Gerade am Anfang einer Selbständigkeit wird der Name gerne spontan entschieden. Nach Bauchgefühl. In einer lustigen Runde. Mit Freunden. Mit der Familie. Oder irgendwann spätabends bei einem Glas Wein, weil einem plötzlich die Idee gekommen ist.

Und dann sitzt der Interessent vor mir und erzählt mir begeistert von dem Firmennamen, den er gemeinsam mit seiner Freundin entwickelt hat – oder der beim Feiern ganz spontan entstanden ist.

Die Domain war auch noch frei.

Also: perfekt.
Nun ja. Nicht unbedingt.

Denn das Problem dabei ist:

Ihr Name ist keine kleine Nebensache. Er wird zur Grundlage Ihres gesamten Auftritts.

Er steht auf Ihrer Website, auf Visitenkarten, Social Media, Rechnungen, Drucksorten und vielleicht irgendwann auf Schildern, Fahrzeugen oder Produkten.

Und wenn Sie später feststellen, dass dieser Name doch nicht ganz so genial war wie in jener legendären Runde am Samstagabend, ändern Sie eben nicht nur ein Wort.

Dann hängen plötzlich Logo, Domain, Website, Drucksorten und möglicherweise bereits aufgebaute Bekanntheit daran.

Und aus „Das ändern wir schnell“ wird auf einmal ein ziemlich aufwendiges Projekt.

Deshalb lohnt es sich, beim Namen ein bisschen länger nachzudenken – bevor rundherum bereits alles fertig gestaltet, gedruckt und veröffentlicht ist.

Ein Name muss nicht nur schön klingen

Ein guter Name soll heute funktionieren – und Ihnen morgen nicht im Weg stehen.

Natürlich darf und soll Ihnen Ihr Firmenname gefallen.

Das wäre sogar ausgesprochen praktisch.

Aber Geschmack allein ist noch keine Strategie.

Ein guter Name sollte unter anderem:

  • zu Ihrem Unternehmen passen,
  • gut aussprechbar sein,
  • im Gedächtnis bleiben,
  • möglichst unverwechselbar sein,
  • nicht unnötig erklärungsbedürftig sein,
  • zu Ihrer gewünschten Außenwirkung passen
  • und genügend Spielraum für die weitere Entwicklung Ihres Unternehmens lassen.

 

Denn manche Namen sind auf den ersten Blick ausgesprochen charmant – und auf den zweiten ziemlich unpraktisch.

Sie sind zu kompliziert.

Zu ähnlich zu bestehenden Namen.

Zu stark an eine einzelne Leistung gebunden.

Oder so ungewöhnlich geschrieben, dass zwar viel Persönlichkeit entsteht – aber niemand daran gedacht hat, wie Menschen den Namen später suchen, aussprechen oder weiterempfehlen sollen.

Und spätestens dann wird aus der schönen Namensidee ein kleines Kommunikationsproblem.

Kreative Firmennamen? Sehr gerne.

Entscheidend ist nicht, ob ein Name ungewöhnlich ist – sondern ob Sie wissen, was er bewirkt.

An dieser Stelle muss ich übrigens etwas klarstellen:

Ich habe überhaupt nichts gegen kreative Firmennamen.
Ganz im Gegenteil.

Mit ARTbySpiegelfeld habe ich selbst keinen Namen gewählt, den man einfach aus einem Branchenverzeichnis kopieren könnte.

Und auch Stilfux, ein Name, den ich für ein Kundenprojekt entwickelt habe, lebt ganz bewusst von Wortspiel, Persönlichkeit und Wiedererkennung.

Ein Firmenname muss also keineswegs nüchtern, sachlich oder selbsterklärend sein.

Er darf auffallen.
Er darf neugierig machen.
Er darf charmant, eigenwillig oder verspielt sein.
Aber:

Je ungewöhnlicher ein Name ist, desto bewusster sollte die Entscheidung dafür getroffen werden.

Ein kreativer Name kann beispielsweise besonders gut im Gedächtnis bleiben und einer Marke viel Charakter geben. Gleichzeitig kann er erklärungsbedürftiger sein, eine ungewöhnliche Schreibweise haben oder nicht sofort erkennen lassen, welche Leistung dahintersteht.

Das ist nicht automatisch ein Nachteil. Es bedeutet nur, dass andere Teile des Markenauftritts diese Aufgabe übernehmen müssen.

Wenn der Name nicht sofort erklärt, was Sie tun, müssen beispielsweise Claim, Website, Texte und visuelle Gestaltung schneller für Orientierung sorgen.

Genau darum geht es bei einer guten Namensentscheidung:
Nicht darum, jeden ungewöhnlichen Gedanken glattzubügeln.

Sondern zu wissen:

Welche Wirkung hat dieser Name – und passt genau diese Wirkung zu der Marke, die ich aufbauen möchte?

Manchmal ist ein sehr klarer, sachlicher Name die beste Lösung.
Und manchmal ist gerade der ungewöhnliche Name derjenige, den sich Menschen merken.
Beides kann richtig sein.
Nur zufällig sollte die Entscheidung möglichst nicht entstehen.

Symbolbild

Gedanke 1: Der Name gefällt Ihnen – aber niemand merkt ihn sich


Ein Name sollte nicht erst erklärt werden müssen, damit man erkennt, wie clever er ist.

Wortspiele können großartig sein. Ungewöhnliche Schreibweisen auch. Bis jemand Ihren Namen nach einem Gespräch suchen möchte.

„Mit K oder C?“
„War da irgendwo ein Bindestrich?“
„Schreibt man das jetzt zusammen?“
„Und wo war noch einmal dieses Y?“

Spätestens dann merkt man, dass Kreativität alleine nicht genügt.

Ein Firmenname sollte nicht zwingend alles über Ihr Unternehmen erklären. Aber Menschen sollten ihn aussprechen, weiterempfehlen und möglichst leicht wiederfinden können.

Wenn niemand weiß, wie Ihr Unternehmen heißt, haben Sie nicht nur ein kleines Branding-Problemchen.

Dann haben Sie ein Wiedererkennungsproblem.

Gedanke 2: Der Name passt heute – aber morgen nicht mehr

Ein zu enger Name kann mit Ihrem Unternehmen leider nicht mitwachsen.

Gerade bei einer Gründung verändert sich oft noch einiges. Angebote entwickeln sich. Zielgruppen werden klarer. Schwerpunkte verschieben sich.

Vielleicht kommt eine neue Leistung dazu oder eine ursprüngliche fällt irgendwann weg.

Ein Name, der heute perfekt zu einem einzigen Produkt, einer bestimmten Region oder einer sehr konkreten Dienstleistung passt, kann deshalb später ziemlich eng werden.

Stellen Sie sich beispielsweise die Frage:
Passt dieser Name auch noch, wenn sich mein Unternehmen in den nächsten fünf Jahren weiterentwickelt?

Das bedeutet nicht, dass jeder Name möglichst allgemein sein sollte.
Im Gegenteil: Ein charakterloser Name aus Angst vor jeder zukünftigen Veränderung hilft ebenfalls niemandem.

Es geht um genügend Spielraum. Ihr Name darf eine Richtung geben. Er sollte Ihr Unternehmen nur nicht darin einsperren.

Gedanke 3: Kurz gegoogelt – wird schon passen

Eine freie Domain bedeutet noch lange nicht, dass auch der Name frei ist.

Das ist für mich einer der wichtigsten Punkte überhaupt und das häufigste Problem wenn Gründer zu mir kommen.
Sie haben Ihren Wunschnamen gefunden. Google zeigt auf den ersten Blick nichts Auffälliges.

Die passende Domain ist vielleicht sogar noch verfügbar.
Perfekt?
Noch nicht unbedingt.
Denn unterschiedliche Dinge müssen getrennt betrachtet werden:

  • Ist die gewünschte Domain verfügbar?

  • Gibt es Unternehmen mit gleichen oder ähnlichen Bezeichnungen?

  • Existieren bereits identische oder ähnliche Marken?

  • Kann die Bezeichnung rechtlich überhaupt sinnvoll verwendet oder geschützt werden?

  • Besteht Verwechslungsgefahr mit anderen Unternehmen oder Angeboten?

Ein kurzer Google-Check ist deshalb ein guter Anfang.

Aber nicht automatisch das Ende der Prüfung.

Gerade wenn Sie anschließend Geld in Logo, Website, Drucksorten und Werbung investieren möchten, sollte der Name vorher ordentlich geprüft werden.

Denn je später ein Problem entdeckt wird, desto unangenehmer wird es.

Firmenname, Geschäftsbezeichnung oder Marke?

Was im Alltag gleich klingt, ist rechtlich nicht automatisch dasselbe.
Hier wird es ein wenig bürokratisch – aber nur ganz kurz, versprochen.
Im Alltag sprechen wir meist einfach vom „Firmennamen“.

Rechtlich gibt es jedoch Unterschiede.
Die Firma ist in Österreich der im Firmenbuch eingetragene Name eines Unternehmens.

Wer beispielsweise als Einzelunternehmerin oder Einzelunternehmer nicht im Firmenbuch eingetragen ist, tritt rechtlich grundsätzlich mit dem eigenen Namen auf und kann zusätzlich eine Geschäftsbezeichnung verwenden.

Und eine Marke wiederum ist noch einmal etwas anderes.

Deshalb bedeutet ein vorhandener Unternehmensname nicht automatisch, dass damit sämtliche Markenrechte geklärt sind.

Wer einen Namen ernsthaft für einen langfristigen Markenauftritt nutzen möchte, sollte deshalb bei Unsicherheiten fachlichen beziehungsweise rechtlichen Rat einholen.

Das klingt vielleicht weniger aufregend als Farben auszuwählen.

Ist aber wesentlich angenehmer, als später das fertige Logo wieder einzupacken.

Ein Firmenname ist Teil Ihrer Markenstrategie

Bevor wir gestalten, sollten wir wissen, was dieser Name überhaupt tragen soll.

Ich sehe einen Namen deshalb nicht isoliert.

Er gehört zu einem größeren Ganzen.

Was soll Ihr Unternehmen vermitteln?

Wie möchten Sie wahrgenommen werden?

Welche Menschen möchten Sie erreichen?

Soll Ihre Marke persönlich, sachlich, hochwertig, verspielt, regional, modern oder vielleicht bewusst ungewöhnlich wirken?

Was unterscheidet Sie?

Und wohin möchten Sie Ihr Unternehmen entwickeln?

Erst mit diesen Fragen kann man beurteilen, ob ein Name wirklich trägt.

Denn derselbe Name kann für ein Unternehmen hervorragend funktionieren – und für ein anderes vollkommen danebenliegen.

Darum beginne ich beim Markenaufbau auch nicht sofort mit Farben und Logos.

Zuerst möchte ich verstehen, was da eigentlich sichtbar werden soll.

Mein 5-Punkte-Check vor dem Logo

Bevor Sie gestalten lassen, sollte Ihr Name diese Runde überstehen.

 

Bevor Sie die ersten Visitenkarten bestellen oder jemanden mit Ihrem Logo beauftragen, stellen Sie Ihrem Wunschnamen fünf Fragen:

 

1. Passt er zu meinem Unternehmen?
Nicht nur zu meiner aktuellen Idee, sondern zu dem Unternehmen, das daraus entstehen soll.

 

2. Können andere ihn aussprechen und sich merken?
Testen Sie das ruhig mit Menschen, die den Namen noch nie gesehen haben.

 

3. Ist er eindeutig genug?
Suchen Sie nach ähnlichen Unternehmen und Bezeichnungen – nicht nur nach exakt derselben Schreibweise.

 

4. Sind wichtige Domains und digitale Auftritte sinnvoll nutzbar?
Sie brauchen nicht zwingend überall denselben perfekten Benutzernamen. Aber Sie sollten wissen, was verfügbar ist.

 

5. Wurde auch die rechtliche Seite geprüft?
Vor allem dann, wenn Sie langfristig viel Zeit und Geld in den Aufbau dieser Marke investieren möchten.

Erst danach würde ich beginnen, rund um diesen Namen einen professionellen Markenauftritt aufzubauen.

Warum der Blick von außen so hilfreich sein kann

Wer mitten in seiner eigenen Idee steckt, sieht manches einfach nicht mehr.

 

Das kenne ich übrigens auch aus meiner eigenen Arbeit.

 

Je länger man über einen Namen, Text oder Entwurf nachdenkt, desto selbstverständlicher wird er.

Man weiß, was damit gemeint ist.

Man kennt die Geschichte dahinter.

Und im eigenen Kopf ergibt alles vollkommen Sinn.

 

Nur leider bekommt Ihre Kundschaft diesen Kopf nicht mitgeliefert.

 

Ein Blick von außen kann deshalb sehr wertvoll sein.

 

Manchmal reicht eine einzige Frage, um zu erkennen, dass ein vermeintlich genialer Name ziemlich kompliziert ist.

Manchmal zeigt sich, dass ein anderer Favorit viel besser zur gewünschten Positionierung passt.

Und manchmal bestätigt sich auch einfach:

Ja. Genau der ist es.

 

Auch das ist eine wertvolle Erkenntnis.

Fazit: Erst der Name, dann das schöne Drumherum

Ein Logo lässt sich ändern. Eine bereits aufgebaute Marke deutlich mühsamer.

 

Wenn Sie gerade gründen oder Ihren Namen noch nicht endgültig festgelegt haben, geben Sie diesem Schritt ein bisschen mehr Aufmerksamkeit.

Nicht aus Angst.

Und auch nicht, weil jeder Firmenname zu einer strategischen Wissenschaft erklärt werden muss.

 

Sondern weil danach vieles darauf aufbaut.

Domain.

Logo.

Website.

Texte.

Drucksorten.

Sichtbarkeit.

Wiedererkennung.

 

Ein guter Name muss nicht perfekt sein.

 

Aber er sollte zu Ihnen und Ihrem Unternehmen passen, verständlich funktionieren und möglichst keine unnötigen Probleme für später mitbringen.

 

Denn Marken sollte man nicht würfeln.

 

Sie stehen noch ganz am Anfang Ihrer Marke?

Dann müssen Sie noch kein fertiges Logo, keine perfekte Farbwelt und auch keinen ausgefeilten Markenauftritt mitbringen.

Genau dafür ist die Orientierungsphase da.

Gemeinsam schauen wir darauf, was Ihr Unternehmen ausmacht, wen Sie erreichen möchten, wo die Reise hingehen soll – und schaffen damit eine solide Grundlage für Name, Auftritt und Gestaltung.

Damit nicht einfach irgendetwas hübsch aussieht.

Sondern am Ende wirklich zu Ihrem Unternehmen passt.

Gemeinsam Klarheit schaffen

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Blog-Autorin Manuela Spiegelfeld
AUTORIN Manuela Spiegelfeld

Gründerin von ARTbySpiegelfeld.
Ich schreibe über Gestaltung, Webdesign, Sichtbarkeit und das, was mir im Business-Alltag sonst noch begegnet.

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