Was kostet eine Webseite wirklich? Ein ehrlicher Blick auf Preise und Aufwand

Hand aufs Herz: Suchen Sie eine digitale Visitenkarte vom Wühltisch oder eine Webseite, die für Sie arbeitet? Wer beim Webdesign nur auf den Preis schaut, zahlt am Ende doppelt. Hier ist die ehrliiche Wahrheit über Webdesign-Preise.

„Was kostet eine Website ungefähr?“

Eine einfache Frage.

Leider mit einer ziemlich unbefriedigenden Antwort:

Es kommt darauf an.

Ich weiß. Das möchte niemand hören.

Man möchte eine Zahl. Einen Rahmen. Irgendetwas, womit man planen kann.

Das Problem ist nur: Eine Website kann ein schlanker Onepager für ein kleines Unternehmen sein – oder ein umfangreicher Unternehmensauftritt mit individuellen Funktionen, mehreren Sprachen, Blog, Shop und allem, was technisch noch so lustig werden kann.

Beides heißt am Ende einfach „Website“.

Und genau deshalb können Angebote, die auf den ersten Blick ähnlich aussehen, preislich weit auseinanderliegen.

Das bedeutet nicht automatisch, dass der günstigste Anbieter schlecht und die teuerste Agentur hervorragend ist.

Es bedeutet vor allem:

Sie sollten verstehen, wofür Sie eigentlich bezahlen.

Warum die Frage nach dem Website-Preis so schwierig ist

Sie bezahlen nicht für fünf Seiten – sondern für die Arbeit, die notwendig ist, damit diese fünf Seiten funktionieren.

Eine Website wird gerne nach Seiten gezählt.

Startseite.
Über mich.
Leistungen.
Kontakt.

Vier Seiten.

Klingt überschaubar.

Nur sagt die Seitenzahl noch erstaunlich wenig darüber aus, wie viel Arbeit tatsächlich dahintersteckt.

Eine kleine Website kann sehr schnell umgesetzt sein, wenn Angebot, Zielgruppe, Texte, Bilder und Struktur bereits klar sind.

Sie kann aber auch überraschend viel Zeit benötigen, wenn während des Projekts erst herausgefunden werden muss:

Was bieten wir eigentlich genau an?
Für wen?
Wie erklären wir das?
Welche Inhalte brauchen wir?
Welche Bilder passen?
Und was soll der Besucher auf der Website überhaupt tun?

Deshalb kalkulieren seriöse Webdesignerinnen, Webdesigner und Agenturen nicht nur die Anzahl der Seiten.

Sie kalkulieren den Aufwand dahinter.

Faktor 1: Umfang und Funktionen

Ein Onepager und ein Onlineshop spielen technisch nicht in derselben Liga.

Natürlich beeinflusst die Größe einer Website den Preis.

Eine schlanke Unternehmenswebsite mit wenigen Seiten benötigt weniger Aufwand als ein umfangreicher Webauftritt.

Noch deutlicher wird der Unterschied bei zusätzlichen Funktionen:

  • Blog

  • Mehrsprachigkeit

  • Terminbuchung

  • Mitgliederbereich

  • Schnittstellen

  • Newsletter-Anbindung

  • komplexe Formulare

  • Online-Shop

  • Produktvarianten

  • Zahlungsanbieter

  • Versandlogik

Ein Shop ist eben nicht einfach eine normale Website mit einem kleinen Warenkorb rechts oben.

Er ist ein eigenes Projekt.

Deshalb mein Rat:

Nicht alles, was irgendwann vielleicht nett wäre, muss beim ersten Launch bereits eingebaut werden.

Faktor 2: Wie klar ist Ihr Unternehmen bereits aufgestellt?

Gestaltung wird deutlich einfacher, wenn vorher klar ist, was eigentlich gestaltet werden soll.

Das ist einer der Punkte, die beim Vergleich von Angeboten gerne übersehen werden.

Ist Ihre Positionierung klar?

Kennen Sie Ihre Zielgruppe?

Ist Ihr Angebot verständlich aufgebaut?

Wissen Sie, was die Website erreichen soll?

Gibt es bereits eine klare Markenlinie?

Wenn diese Grundlagen vorhanden sind, kann ein Webprojekt wesentlich geradliniger laufen.

Wenn nicht, muss diese Arbeit irgendwo passieren.

Und das ist keine böse Zusatzleistung einer Agentur.

Es ist schlicht notwendig, bevor eine Website sinnvoll aufgebaut werden kann.

Denn wenn niemand weiß, wen Sie ansprechen möchten und was Ihr Angebot besonders macht, hilft auch das schönste Layout nur bedingt weiter.

Faktor 3: Texte und Bilder

„Die Inhalte liefern wir dann noch“ sind sechs Wörter mit erstaunlichem Verzögerungspotenzial.

Ich sage es einmal vorsichtig:

Texte und Bilder werden bei Website-Projekten sehr gerne unterschätzt.

Oft steht das Design schon halb – aber die Inhalte fehlen.

Oder es gibt Texte, die eigentlich aus einer alten Broschüre stammen.

Oder Fotos, die zwar hübsch sind, aber weder zur neuen Gestaltung passen noch fürs Web vorbereitet wurden.

Dann beginnt die eigentliche Arbeit:

Texte strukturieren.
Kürzen.
Überarbeiten.
Überschriften formulieren.
Bilder auswählen.
Zuschneiden.
Komprimieren.
Einsetzen.

Und plötzlich dauert der vermeintlich kleine Arbeitsschritt mehrere Stunden.

Wenn Sie bereits gute Inhalte mitbringen, spart das Zeit und damit natürlich auch Budget.

Wenn Sie Unterstützung dabei brauchen, sollte sie im Angebot berücksichtigt werden.

Faktor 4: Das technische System

Nicht jede Website braucht WordPress. Und nicht jede Website sollte in einen Baukasten gezwängt werden.

Welche technische Lösung sinnvoll ist, hängt von Ihrem Projekt ab.

Vielleicht reicht ein Baukastensystem vollkommen aus.

Vielleicht ist WordPress sinnvoller.

Vielleicht brauchen Sie ein Shopsystem.

Vielleicht gibt es spezielle Anforderungen, für die eine individuellere Entwicklung notwendig wird.

Ich halte wenig davon, Kundinnen und Kunden automatisch das System zu verkaufen, mit dem ein Anbieter selbst am liebsten arbeitet.

Das Werkzeug sollte zum Projekt passen – nicht das Projekt zum Werkzeug.

Ein gutes System berücksichtigt auch die Zukunft:

Möchten Sie Inhalte selbst ändern?

Soll die Website später wachsen?

Brauchen Sie zusätzliche Funktionen?

Wer wartet das System?

Welche laufenden Kosten entstehen?

Auch das gehört zur Preisfrage.

„Aber Sie arbeiten doch mit einem Template“

Ein Werkzeug spart Arbeit. Es erledigt sie nicht automatisch.

Auch das ist ein beliebter Gedanke:

Wenn WordPress, Elementor, Squarespace oder ein anderes System verwendet wird, müsste die Website doch eigentlich sehr schnell fertig sein.

Schließlich ist technisch schon vieles vorhanden.

Stimmt.

Und das ist gut so.

Ich muss auch nicht jedes Mal einen Motor neu erfinden, wenn ich ein Auto fahren möchte.

Ein vorhandenes System spart Entwicklungszeit.

Was es aber nicht automatisch erledigt:

  • die passende Struktur

  • die inhaltliche Führung

  • die Auswahl und Anpassung des Designs

  • Typografie

  • Abstände

  • Farben

  • Responsive Design

  • individuelle Anpassungen

  • Texte

  • Bilder

  • SEO-Grundlagen

  • Tests

  • Formulare

  • technische Feinheiten

Ein Template ist deshalb ein Ausgangspunkt.

Kein fertiger Unternehmensauftritt.

Faktor 5: Wie individuell soll die Website werden?

Standard ist nicht automatisch schlecht – individuell aber eben mehr Arbeit.

Nicht jedes Unternehmen braucht eine komplett individuelle Gestaltung.

Ein gutes Template, sauber angepasst, kann vollkommen ausreichend sein.

Wenn Sie jedoch einen sehr eigenständigen Markenauftritt möchten, steigt der Aufwand.

Dann werden Layouts stärker angepasst.

Eigene grafische Elemente entwickelt.

Spezielle Bildwelten integriert.

Vielleicht individuelle Funktionen umgesetzt.

Das ist nicht automatisch „besser“.

Aber eben aufwendiger.

Deshalb sollte vor Projektbeginn geklärt sein:

Wie viel Individualität brauchen Sie wirklich?

Nicht jeder braucht den digitalen Louvre.

Manche brauchen einfach eine richtig gute, klare Website.

Faktor 6: Feedback und Entscheidungen

Zu merken, dass einem etwas nicht gefällt, geht deutlich schneller, als zu wissen, was man stattdessen möchte.

Das ist einer meiner Lieblingspunkte.

Nicht, weil Feedback schlecht wäre.

Im Gegenteil.

Eine Website soll schließlich zu Ihrem Unternehmen passen.

Aber Feedbackschleifen brauchen Zeit.

„Könnten wir Variante A noch einmal mit der Schrift von B und vielleicht der Farbe aus Version 3 probieren?“

Natürlich können wir.

Wir dürfen nur nicht so tun, als würde es keine Zeit kosten.

Projekte laufen besonders effizient, wenn:

  • Ansprechpartner klar sind,

  • Entscheidungen getroffen werden,

  • Rückmeldungen gesammelt kommen

  • und nicht nach jeder Änderung drei neue Grundsatzfragen auftauchen.

Gerade bei Neugründungen braucht es häufig mehr Abstimmung.

Das ist völlig normal.

Es sollte nur in der Planung berücksichtigt werden.

Faktor 7: SEO, Technik und der ganze unsichtbare Teil

Viel Arbeit an einer Website sieht man am fertigen Bildschirm überhaupt nicht.

Eine Website besteht nicht nur aus dem, was Sie sehen.

Zum Projekt gehören je nach Umfang beispielsweise:

  • Seitenstruktur

  • Überschriftenhierarchie

  • Seitentitel

  • Meta-Beschreibungen

  • Bildoptimierung

  • mobile Darstellung

  • Ladezeiten

  • Formulare

  • Weiterleitungen

  • technische Einstellungen

  • Suchmaschinen-Indexierung

  • Tests

  • Datenschutz-Einstellungen

  • Sicherheitsmaßnahmen

  • Backups und Wartung

Das sind nicht unbedingt die Punkte, bei denen jemand vor Begeisterung „Wow!“ ruft.

Aber spätestens wenn das Kontaktformular drei Monate lang keine Nachrichten verschickt, wird der unsichtbare Teil plötzlich erstaunlich interessant.

Was steckt zeitlich tatsächlich in einer Website?

„Einfach“ beschreibt den Umfang. Nicht automatisch den Aufwand.

Damit Sie ein Gefühl dafür bekommen, wie unterschiedlich Projekte laufen können, hier drei Beispiele aus meiner eigenen Arbeit.

Beispiel 1: Kleinere Website im Baukastensystem

6 Seiten – rund 23 Stunden

Eigentlich ein überschaubares Projekt.

Der höhere Aufwand entstand vor allem durch mehrere Feedbackschleifen und viele Detailentscheidungen.

Gerade bei einer Neugründung ist das nicht ungewöhnlich.

Man entwickelt schließlich nicht nur eine Website.

Man findet oft gleichzeitig erst heraus, wie das Unternehmen nach außen wirken soll.

Beispiel 2: Größere Unternehmenswebsite mit WordPress

rund 56 Stunden

Deutlich größer und technisch umfangreicher.

Trotzdem lief das Projekt vergleichsweise geradlinig.

Warum?

Klare Entscheidungen.

Klare Zuständigkeiten.

Vorhandene Inhalte.

Ein strukturierter Ablauf.

Größe allein entscheidet also nicht darüber, ob ein Projekt kompliziert wird.

Beispiel 3: Website inklusive Onlineshop

rund 88 Stunden

Hier steigt der Aufwand sehr schnell.

Produkte.

Kategorien.

Zahlung.

Versand.

Darstellung.

Technische Einstellungen.

Tests.

Rechtliche Anforderungen.

Und natürlich all die kleinen Details, die man erst entdeckt, wenn man tatsächlich versucht, einen kompletten Bestellprozess durchzuspielen.

Ein Shop ist deshalb für mich kein kleines Zusatzmodul.

Er ist ein eigenes Projekt innerhalb des Projekts.

Wo können Sie bei Ihrer Website sinnvoll sparen?

Weniger Umfang ist meistens klüger als weniger Qualität.

Dieser Punkt ist mir wichtig.

Sie brauchen keine 6.000-Euro-Website, wenn Ihr Unternehmen gerade erst startet und eine gute kleine Website vollkommen ausreicht.

Ein begrenztes Budget ist kein Problem.

Dann überlegen wir:

Was brauchen Sie jetzt wirklich?

Vielleicht genügt zunächst:

  • eine klare Startseite,

  • eine Leistungsseite,

  • eine Über-mich-Seite,

  • Kontakt

  • und die notwendigen rechtlichen Inhalte.

Vielleicht schreiben Sie Texte selbst und lassen sie nur überprüfen.

Vielleicht liefern Sie bereits gute Fotos.

Vielleicht starten Sie ohne Blog.

Vielleicht brauchen Sie zunächst keine komplizierte Terminbuchung.

Vielleicht ist ein Baukastensystem vollkommen ausreichend.

Sparen Sie lieber beim Umfang als an der Grundlage.

Eine kleinere Website kann hervorragend funktionieren.

Eine große Website voller halbfertiger Inhalte eher weniger.

Wo günstiges Webdesign teuer werden kann

Nicht weil es günstig war – sondern weil die falsche Lösung gewählt wurde.

Ich möchte ausdrücklich nicht behaupten:

Günstige Website = schlechte Website.

Das wäre Unsinn.

Problematisch wird eine günstige Lösung dann, wenn dafür wichtige Dinge weggelassen werden oder Sie nach kurzer Zeit wieder von vorne anfangen müssen.

Zum Beispiel weil:

  • das verwendete System nicht mit Ihrem Unternehmen mitwachsen kann,

  • Ihre Website mobil kaum funktioniert,

  • niemand an SEO-Grundlagen gedacht hat,

  • die Inhalte nicht verständlich aufgebaut wurden,

  • Sie für jede Kleinigkeit vom Anbieter abhängig sind,

  • technische Folgekosten nicht erklärt wurden,

  • oder Ihr Unternehmen nach außen völlig anders wirkt, als es eigentlich sollte.

Dann wird aus der zunächst günstigen Website schnell ein ziemlich teurer Umweg.

Nicht nur finanziell.

Auch in Zeit und Nerven.

Was sollten Sie bei Angeboten vergleichen?

Bitte nicht nur die Zahl rechts unten.

Wenn Sie mehrere Angebote einholen, schauen Sie genau hin:

Was ist enthalten?

Wie viel Konzeptionsarbeit ist vorgesehen?

Wer kümmert sich um Texte und Bilder?

Ist SEO enthalten – und was bedeutet „SEO“ beim jeweiligen Anbieter überhaupt?

Welche Technik wird verwendet?

Wie viele Korrekturrunden sind eingeplant?

Gibt es eine Einschulung?

Was passiert nach dem Launch?

Welche laufenden Kosten entstehen?

Wer übernimmt Wartung?

Welche Zugänge bekommen Sie?

Wie funktioniert ein späterer Anbieterwechsel?

Eine Website für 2.000 Euro und eine für 5.000 Euro können auf dem Papier dieselbe Seitenzahl haben – und trotzdem völlig unterschiedliche Leistungen enthalten.

Vergleichen Sie deshalb nicht nur Preise. Vergleichen Sie Projekte.

Wenn Sie genauer wissen möchten, worauf Sie bei der Auswahl achten sollten, lesen Sie auch meinen Artikel:

Bevor Sie eine Website beauftragen – lesen Sie diesen Artikel.

Was kostet eine Webseite nun wirklich?

So viel wie nötig – und bitte nicht mehr.

Ich könnte Ihnen jetzt eine hübsche Tabelle mit drei Preiskategorien präsentieren.

Starter.

Business.

Premium.

Sie kennen das.

Nur würde Ihnen das immer noch nicht sagen, was Ihre Website tatsächlich kostet.

Ein seriöser Preis entsteht erst, wenn klar ist:

Was brauchen Sie?

Was ist bereits vorhanden?

Wie viel Unterstützung benötigen Sie?

Welches System ist sinnvoll?

Wie individuell soll die Gestaltung werden?

Und welche Funktionen sind wirklich notwendig?

Für mich ist deshalb nicht die wichtigste Frage:

„Wie viel Website kann ich Ihnen verkaufen?“

Sondern:

„Welche Website braucht Ihr Unternehmen tatsächlich?“

Manchmal ist die Antwort kleiner als erwartet.

Manchmal größer.

Beides ist in Ordnung.

Mein Fazit

Gute Webdesign-Beratung beginnt nicht mit dem teuersten Paket.

Die Kosten einer Website entstehen nicht einfach durch die Anzahl der Seiten.

Sie entstehen durch Planung, Inhalte, Gestaltung, Technik, Kommunikation, Tests und all die Arbeit, die notwendig ist, damit am Ende nicht nur etwas hübsch im Internet steht.

Das bedeutet nicht, dass eine Website möglichst teuer sein muss.

Ganz im Gegenteil.

Ich finde es wesentlich sinnvoller, einen Auftritt so zu planen, dass er zu Ihrem Unternehmen, Ihrem Budget und Ihrer aktuellen Situation passt.

Lieber klein und sauber starten.

Später erweitern.

Und möglichst nicht in zwei Jahren wieder alles wegwerfen müssen.

Sie möchten wissen, welcher Rahmen für Ihre Website sinnvoll ist?

Dann rufen Sie mich einfach an oder schreiben Sie mir.

Wir besprechen, was Sie vorhaben, was bereits vorhanden ist und welche Lösung für Ihr Unternehmen tatsächlich Sinn macht.

Und wenn Sie etwas nicht brauchen, sage ich Ihnen das auch.

AUTORIN Manuela Spiegelfeld
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